{"id":1127,"date":"2023-09-29T14:23:55","date_gmt":"2023-09-29T14:23:55","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturellevereinigung.ch\/?p=1127"},"modified":"2023-09-29T14:23:56","modified_gmt":"2023-09-29T14:23:56","slug":"gelungener-auftakt-mit-federica-de-cesco","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturellevereinigung.ch\/?p=1127","title":{"rendered":"Gelungener Auftakt mit Federica de Cesco"},"content":{"rendered":"\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Sarganserl\u00e4nder vom 29.9.23, von Susanne Rupp<\/h4>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Federica de Cesco: Eine List, Skurriles und viel Inspiration<\/h2>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/epaper.sarganserlaender.ch\/epaperimages\/epaper-sargan\/20230929_SL_1010100\/data\/SARGAN_20230929_SL_2\/ext\/c45486445939fd14b751cadee4937fd3.jpg\" alt=\"\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>Charmant, humorvoll, engagiert: Die Schriftstellerin Federica de Cesco w\u00e4hrend ihrer kurzweiligen Lesung im Kursaal. Bild Susan Rupp<\/p>\n\n\n\n<p>Auf Einladung der Kulturellen Vereinigung Bad Ragaz hat die Autorin Federica de Cesco den Kurort beehrt. Sie las im Kursaal des Grand Resorts aus \u00abDie Welt durch W\u00f6rter sehen \u2013 meine Lieblingsgeschichten\u00bb und erg\u00e4nzte die Lesung mit pers\u00f6nlichen Anekdoten und Erinnerungen.<\/p>\n\n\n\n<p>von Susan Rupp<\/p>\n\n\n\n<p>Ursula Wyss aus dem Vorstand der Kulturellen Vereinigung durfte \u00fcber 100 gespannte Zuh\u00f6rerinnen und Zuh\u00f6rer im Kursaal begr\u00fcssen. Sie \u00fcberliess der in Norditalien geborenen und heute in Luzern lebenden Federica de Cesco \u2013 bekannt geworden mit \u00abDer rote Seidenschal\u00bb, den sie mit 15 Jahren geschrieben hat \u2013 die B\u00fchne mit folgenden Worten: \u00ab101 B\u00fccher in 85 Jahren, wie die Schriftstellerin Federica de Cesco ihre Ungeduld nutzt, was sie jung h\u00e4lt und warum sie ihr Liebesgl\u00fcck unter einem Tisch gefunden hat.\u00bb<\/p>\n\n\n\n<p>Zu einer List gegriffen<\/p>\n\n\n\n<p>Eine erste Geschichte f\u00fchrte nach Japan, wo die Protagonistin Marina zwar ihre Kontaktlinsen durch ungewohnt hemmungsloses Weinen w\u00e4hrend einer B\u00fchnenauff\u00fchrung verliert, dadurch aber ihr Liebesgl\u00fcck findet. Sie habe zwar inhaltlich nicht alles verstehen k\u00f6nnen, aber die Dinge gef\u00fchlt, wird ihr Partner ihr sp\u00e4ter erkl\u00e4ren. Wichtig sei, dass man nicht mit dem Kopf, sondern mit dem Herzen denke.<\/p>\n\n\n\n<p>Federica de Cesco erz\u00e4hlte an dieser Stelle auch ihre eigene Kennenlern-Geschichte: In Paris habe sie in einem Caf\u00e9 die Aufmerksamkeit des h\u00f6flich-zur\u00fcckhaltenden Japaners am Nebentisch nur mit einer List gewinnen k\u00f6nnen. Sie habe ihren Ring fallen lassen und seit der gemeinsamen Suche unter dem Tisch w\u00fcrden sie gemeinsam durchs Leben gehen; 50 Jahre gemeinsam, 30 Jahre im Welschland, jetzt in Luzern.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00abSchreibende saugen alles auf wie ein Schwamm\u00bb<\/p>\n\n\n\n<p>In einer n\u00e4chsten Geschichte \u00abWie schmeckt ein Buch am besten\u00bb erz\u00e4hlte die Schriftstellerin, wie ihre B\u00fccher zustande kommen. Ihr pers\u00f6nliches Revier sei n\u00e4mlich nicht die K\u00fcche, wie es der Titel vermuten lassen k\u00f6nnte, sondern der Schreibtisch. Die K\u00fcche habe recht schnell ihr Mann \u00fcbernommen. Aber am Schreibtisch, da \u00abkoche\u00bb sie mit allem, was die Menschen bewegt. Und dass das sehr viel ist, war schnell klar. \u00abSchreibende saugen alles auf im Kopf wie ein Schwamm und kramen es bei Bedarf hervor\u00bb, so de Cesco. Und um bei der K\u00fcchenanalogie zu bleiben, l\u00e4sst sie Ideen f\u00fcr Geschichten oft \u00abk\u00f6cheln wie die Suppe in einem Topf\u00bb.<\/p>\n\n\n\n<p>Weitere Inspirationen gewinne sie aus B\u00fcchern, im Kino (\u00abvorderste Reihe, keine K\u00f6pfe zwischen uns und der Leinwand\u00bb) oder bei Tanzauff\u00fchrungen (\u00abda sitzen wir weiter hinten, wir wollen die Gesamtkonzeption, die Choreografie sehen\u00bb). Bei Konzerten w\u00fcrden sie und ihr Mann gerne nahe an den Musikerinnen und Musikern sitzen, dann achte sie auf K\u00f6rpersprache, Blickkontakte oder dass ein verschmitztes L\u00e4cheln ausgetauscht werde. Diese dynamischen Bilder w\u00fcrden als Fragmente im Ged\u00e4chtnis haften bleiben, was sich wiederum auf die B\u00fccher auswirken werde.<\/p>\n\n\n\n<p>Eindr\u00fccke werden im geistigen K\u00fchlschrank gelagert<\/p>\n\n\n\n<p>M\u00f6glichst viele Eindr\u00fccke \u2013 vor allem auch aus Begegnungen und Gespr\u00e4chen mit Menschen (\u00absobald die Menschen erfahren, dass ich Autorin bin, erz\u00e4hlen sie mir Pers\u00f6nliches\u00bb) \u2013 seien elementar f\u00fcr sie als Schreibende. Auch Skurriles wie die Pianistin, deren Kleid sich w\u00e4hrend eines Rachmaninov-Konzerts durch ihr kr\u00e4ftiges Spielen langsam \u00f6ffnete und in der Pause mit Sicherheitsnadeln behelfsm\u00e4ssig geflickt werden musste, wird gespeichert und irgendwann in einem Roman auftauchen. \u00abAlle diese Eindr\u00fccke verschwinden bei mir \u2018im geistigen K\u00fchlschrank\u2019 und werden bei Bedarf hervorgekramt, beschreibt sie ihr Vorgehen und schloss so auch den Bogen zum Titel des Buchs.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine ausgiebige Signierstunde \u2013 der Buchladen Bad Ragaz war mit einem B\u00fcchertisch vor Ort \u2013 und pers\u00f6nliche Gespr\u00e4che sowie Fotos mit der beliebten Schriftstellerin rundeten den Auftaktabend der aktuellen Saison der Kulturellen Vereinigung ab.<\/p>\n\n\n\n<p>Ideen f\u00fcr Geschichten l\u00e4sst die Autorin k\u00f6cheln wie die Suppe in einem Topf.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sarganserl\u00e4nder vom 29.9.23, von Susanne Rupp Federica de Cesco: Eine List, Skurriles und viel Inspiration Charmant, humorvoll, engagiert: Die Schriftstellerin Federica de Cesco w\u00e4hrend ihrer kurzweiligen Lesung im Kursaal. 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