{"id":276,"date":"2015-09-23T09:21:43","date_gmt":"2015-09-23T09:21:43","guid":{"rendered":"http:\/\/kulturellevereinigung.ch\/?p=276"},"modified":"2015-09-23T09:21:43","modified_gmt":"2015-09-23T09:21:43","slug":"marc-chagall-der-zeitungsbericht-zum-film-und-gespraech-mit-seiner-enkelin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturellevereinigung.ch\/?p=276","title":{"rendered":"Marc Chagall &#8211; der Zeitungsbericht zum Film und Gespr\u00e4ch mit seiner Enkelin"},"content":{"rendered":"<p>\u00abF\u00fcr Russland, Esel und andere\u00bb<br \/>\nDie neue Vortragssaison der Kulturellen Vereinigung Bad Ragaz startete am Sonntag im Kursaal mit einem Filmportr\u00e4t \u00fcber den ber\u00fchmten Maler Marc Chagall im Beisein seiner Enkelin Meret Meyer, mit der Renato Bergamin anschliessend einen spannenden Dialog f\u00fchrte.<br \/>\nvon Hans Hidber<\/p>\n<p>Bad Ragaz. \u2013 Er gilt als einer der bedeutendsten Maler des 20. Jahrhunderts: Marc Chagall (1887 \u2013 1985). Aufgewachsen in einer j\u00fcdisch-orthodoxen Familie im heutigen Weissrussland, schimmern in vielen seiner Werke religi\u00f6se Motive durch. Chagall war f\u00fcr die aufkommenden neuen, avantgardistischen Kunstrichtungen wie Expressionismus und Kubismus offen, ohne seinen ganz eigenst\u00e4ndigen Stil zu verleugnen. In der Schweiz wurde er besonders durch die Glasmalereien in der Z\u00fcrcher Fraum\u00fcnsterkirche ber\u00fchmt. Monumentale Glasfenster hat er unter anderem auch in der Kathedrale von Reims geschaffen.<\/p>\n<p>K\u00fcnstlerleben in Film verpackt<br \/>\n\u00abChagall, \u00e0 la Russie, aux \u00e2nes et aux autres (f\u00fcr Russland, Esel und andere)\u00bb lautet das 50-min\u00fctige Filmportr\u00e4t von Fran\u00e7ois L\u00e9vy-Kuentz \u00fcber den K\u00fcnstler, das im ersten Teil der Veranstaltung im Kursaal vorgef\u00fchrt wurde. Als Filmtitel dient eine handschriftliche Widmung Chagalls unter einer seiner vielen Kunstkarten. Die Wortwahl zeugt auch von seinem hintergr\u00fcndigen Humor, der in seinen Werken immer wieder aufscheint. In der geballten F\u00fclle der aus verschiedenen Archiven und anderen Quellen zusammengetragenen Bild- und Filmdokumentationen ergibt sich ein abgerundetes Bild seines \u00fcberaus vielf\u00e4ltigen k\u00fcnstlerischen Schaffens aus seinen verschiedenen Lebensabschnitten. Bewegende Bilder von der russischen Revolution, der aufkommenden Naziherrschaft in Deutschland (Chagalls Bilder wurden als \u00abentartete Kunst\u00bb ge\u00e4chtet), vom Exil in New York und seiner R\u00fcckkehr 1948 nach Paris \u2013 immer mit Bildern aus seiner jeweiligen Schaffensperiode unterlegt.<\/p>\n<p>\u00abErz\u00e4hlende Bilder\u00bb<br \/>\nEnkelin \u2013 da denkt man vordergr\u00fcndig an fr\u00fchkindlich verkl\u00e4rte Erinnerungen. Meret Meyer war aber bereits 30 Jahre alt, als ihr ber\u00fchmter Grossvater mit 98 im hohen Alter starb. Sie hat ihn deshalb in intensiver Erinnerung und konnte im anschliessenden Gespr\u00e4ch mit Renato Bergamin, Pr\u00e4sident der Kulturellen Vereinigung, aus dem Vollen sch\u00f6pfen. Wie hat sie Chagall pers\u00f6nlich erlebt? \u00abEr war ein bescheidener, liebensw\u00fcrdiger und humorvoller Mensch, der sich selber auch selbstironisch auf die Schippe nehmen konnte\u00bb. Hat er mit seinen Angeh\u00f6rigen auch \u00fcber seine Bilder diskutiert? \u00abNicht gross, es sind ja \u201aerz\u00e4hlende Bilder\u2018, deren Aussagen bei aller Abstraktion klar ersichtlich sind.\u00bb Chagall sei ein genauer Beobachter gewesen, der alles \u00abwie ein Schwamm\u00bb aufgesogen und dann bildlich in seinem einzigartigen Stil festgehalten habe.<\/p>\n<p>Das Comit\u00e9 Marc Chagall<br \/>\nMeret Meyer, die in der Schweiz lebt und in Paris arbeitet, ist Vizepr\u00e4sidentin des Comit\u00e9 Marc Chagall, das dessen k\u00fcnstlerischen Nachlass betreut. Im letzten Teil des Gespr\u00e4chs beantwortete sie auch Fragen \u00fcber die T\u00e4tigkeit und Aufgaben dieses Komitees. Der Nachlass umfasst mehrere Archive mit Werkverzeichnis, Bildern, vielen Dokumenten und Notizen. Kommen auch F\u00e4lschungen vor? \u00abEs gibt mehr F\u00e4lschungen als Originale\u00bb, so Meret Meyer. Eine der Aufgaben des Comit\u00e9 sei es, auftauchende Bilder auf ihre Echtheit zu pr\u00fcfen. \u00abUnd wenn jemand behauptet, mit Chagall pers\u00f6nlichen Kontakt gepflegt zu haben, k\u00f6nnen wir den Wahrheitsgehalt aufgrund der vom K\u00fcnstler akribisch abgelegten Notizen \u00fcber seine Erlebnisse und Begegnungen leicht \u00fcberpr\u00fcfen.\u00bb Mit viel Zeitaufwand seien die Vorbereitungen f\u00fcr gr\u00f6ssere Ausstellungen verbunden. Die n\u00e4chste wird am 12. Oktober im Mus\u00e9e de la Musique in Paris er\u00f6ffnet unter dem Titel \u00abChagall: le triomphe de la Musique\u00bb als Symbiose von Malerei und Musik.<\/p>\n<p>Meret Meyer im Gespr\u00e4ch mit Renato Bergamin; Foto Hans Hidber<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kulturellevereinigung.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Chagall-Enkelin.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-277\" src=\"http:\/\/kulturellevereinigung.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Chagall-Enkelin-300x200.jpg\" alt=\"Chagall-Enkelin\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/kulturellevereinigung.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Chagall-Enkelin-300x200.jpg 300w, https:\/\/kulturellevereinigung.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Chagall-Enkelin-1024x681.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00abF\u00fcr Russland, Esel und andere\u00bb Die neue Vortragssaison der Kulturellen Vereinigung Bad Ragaz startete am Sonntag im Kursaal mit einem Filmportr\u00e4t \u00fcber den ber\u00fchmten Maler Marc Chagall im Beisein seiner Enkelin Meret Meyer, mit der Renato Bergamin anschliessend einen spannenden Dialog f\u00fchrte. von Hans Hidber Bad Ragaz. \u2013 Er gilt als einer der bedeutendsten Maler &hellip; <a href=\"https:\/\/kulturellevereinigung.ch\/?p=276\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Marc Chagall &#8211; der Zeitungsbericht zum Film und Gespr\u00e4ch mit seiner Enkelin<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-276","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kulturellevereinigung.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/276","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kulturellevereinigung.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kulturellevereinigung.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturellevereinigung.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturellevereinigung.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=276"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/kulturellevereinigung.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/276\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":279,"href":"https:\/\/kulturellevereinigung.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/276\/revisions\/279"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kulturellevereinigung.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=276"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturellevereinigung.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=276"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturellevereinigung.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=276"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}