{"id":348,"date":"2016-03-06T20:06:03","date_gmt":"2016-03-06T20:06:03","guid":{"rendered":"http:\/\/kulturellevereinigung.ch\/?p=348"},"modified":"2016-03-06T20:06:03","modified_gmt":"2016-03-06T20:06:03","slug":"zeitungsartikel-forensik-umfrageresultat-folgt-in-den-naechsten-tagen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturellevereinigung.ch\/?p=348","title":{"rendered":"Zeitungsartikel &#8222;Forensik&#8220; &#8211; Umfrageresultat folgt in den n\u00e4chsten Tagen"},"content":{"rendered":"<h2>TV-Detektive und Ermittler entzaubert<\/h2>\n<h4>Detektive und Ermittler in Fernsehserien und Krimiliteratur pr\u00e4gen das Bild der Polizeiarbeit bei der Aufkl\u00e4rung von Verbrechen. Dr. Henriette Haas, Professorin f\u00fcr Kriminologie und Forensik zeigte in ihrem Vortrag im vollen Kursaal in Bad Ragaz ein etwas anderes Bild in der Realit\u00e4t.<\/h4>\n<h6>von Hans Hidber<\/h6>\n<p>Bad Ragaz. \u2013 Ursula Wyss von der Kulturellen Vereinigung Bad Ragaz stellte die prominente Referentin kurz vor: Henriette Haas ist Psychologin und Professorin an der Uni Z\u00fcrich. Sie unterrichtet zudem an der Staatsanwaltsakademie der Uni Luzern und betreibt eine Praxis f\u00fcr forensische Psychologie. Zuvor war sie Therapeutin in der Strafanstalt P\u00f6schwiese, Professorin f\u00fcr Kriminologie und Forensik in Lausanne und leitete eine Analyse-Abteilung beim Fedpol.<br \/>\n\u00abWenn Sie von mir die Pr\u00e4sentation von Mord, Blut und Leichen erwarten, muss ich Sie leider entt\u00e4uschen\u00bb, stellte die ebenso kompetent wie witzig erz\u00e4hlende Referentin gleich zu Beginn ihrer Ausf\u00fchrungen klar. Anders als etwa in der (besinnlichen) sonntagabendlichen Mord- und Totschlagserie \u00abTatort\u00bb und \u00e4hnlichen Krimi-Sendungen zeigte Henriette Haas ein etwas anderes Bild einer seri\u00f6sen und professionellen Ermittlungsarbeit zur Aufkl\u00e4rung von Verbrechen.<\/p>\n<p>Wenig Bezug zur Realit\u00e4t<br \/>\nSo spannend und unterhaltsam Krimi-Serien im TV oder Kriminalromane auch sein m\u00f6gen; mit der Realit\u00e4t haben sie oft nur ansatzm\u00e4ssig oder wenig zu tun. Klassische und zeitgen\u00f6ssische Leinwand- und Romanhelden der Gilde der Detektive, Ermittler, Kommissare und Inspektoren mit ihren oft ganz speziellen Methoden w\u00e4ren in der realen Polizeiarbeit kaum zu brauchen, so die Referentin. Sherlock Holmes zum Beispiel meine, mit akribischen Analysen von Kleinkram fast unfehlbar aufs Ganze schliessen zu k\u00f6nnen. \u00abEin Einzelner l\u00f6st nie einen Kriminalfall allein \u2013 nie!\u00bb, betonte Haas mit Nachdruck. Die Serie \u00abMonk\u00bb schaut sich die Referentin noch gerne an, weil sie \u00abunterhaltsam ist und Humor hat\u00bb. Aber der neurotische, ausserdienstliche Ermittler Adrian Monk mit seinem Ordnungstick, der ihn zum Beispiel eine Blumenvase am Tatort in die geometrische Mitte des Tisches stellen l\u00e4sst \u2013 und damit und auch mit anderen Handlungen Fingerabdr\u00fccke verwischt \u2013 sei v\u00f6llig irrational und widerspreche fundamental kriminalistischem Denken. Die Referentin f\u00fchlte noch weiteren Krimi-Galionsfiguren auf ihre praktische Eignung im wirklichen kriminalistischen Leben auf den Zahn.<\/p>\n<p>Das Publikum miteinbezogen<br \/>\nDie Referentin lud das Publikum ein, an einem Mini-Test- mitzumachen. Es ging darum, zwei Bilder mit nicht direkt kriminalistischem Hintergrund zu analysieren. Beim einen galt es, aufgrund einer ziemlich merkw\u00fcrdigen Zeichnung eines Elefanten das Profil der Person zu bestimmen, die das Bild schuf. Ein Elefant ohne Kopf und mit langen St\u00e4bchenbeinen. Das zweite Bild zeigte eine fast zerborstene Fensterscheibe im Parterre einer Villa mit einem faustgrossen Loch und spinnennetzartigen Rissen auf der ganzen Glasfl\u00e4che, ebenso beim Fensterteil der angrenzenden T\u00fcre. Was war da passiert? Die Kommentare und die Hypothese dazu konnte man nach einer Minute Bedenkzeit auf dem ausgeteilten Blatt ausf\u00fcllen und abgeben, die Referentin wird die Ergebnisse auswerten und mit jenen ihrer Studierenden vergleichen. Die Aufl\u00f6sungen: Den Elefanten hatte einer gezeichnet, der blind geboren war und viel sp\u00e4ter durch eine Operation sehend wurde und noch nie einen Elefanten gesehen hatte. Im zweiten Falle war es nicht ein Einbrecher, sondern ein Hagelgewitter. Aber darauf musste man aufgrund verschiedener Indizien auch erst kommen.<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tze der Forensik<br \/>\nMit den beiden einfachen Beispielen zeigte Henriette Haas das Grundmuster der forensischen Ermittlungsarbeit auch f\u00fcr komplexere F\u00e4lle auf, n\u00e4mlich die f\u00fcnf Regeln des systematischen Beobachtens: Schemata und Modelle zum Vergleichen; formelle Aspekte der Zeichen erfassen; Zerlegung des Inhalts in strukturelle Komponenten; Anomalien und Widerspr\u00fcche erfassen und Fehlendes und \u00dcberfl\u00fcssiges zu erkennen. Die Referentin ging noch auf weitere Details auch anhand von Fallbeispielen ein. Wer an diesem interessanten Referat dabei war, wird k\u00fcnftig Fernsehkrimis aus einem ganz anderen Blickwinkel betrachten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>TV-Detektive und Ermittler entzaubert Detektive und Ermittler in Fernsehserien und Krimiliteratur pr\u00e4gen das Bild der Polizeiarbeit bei der Aufkl\u00e4rung von Verbrechen. 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