{"id":357,"date":"2016-03-19T09:57:31","date_gmt":"2016-03-19T09:57:31","guid":{"rendered":"http:\/\/kulturellevereinigung.ch\/?p=357"},"modified":"2016-03-31T05:44:41","modified_gmt":"2016-03-31T05:44:41","slug":"zeitungsbericht-voegel-und-ihre-stimmen-achtung-anlass-werlen-ausgebucht-beginn-18-30-uhr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturellevereinigung.ch\/?p=357","title":{"rendered":"Zeitungsbericht V\u00f6gel und ihre Stimmen"},"content":{"rendered":"<h3>Die gefiederten Komponisten nachgeahmt<\/h3>\n<h5>Unter dem Titel \u00abVogelstimmen und Musik\u00bb stellte Dr. Christian Marti von der Vogelwarte Sempach, zugleich Hobbymusiker, in Wort, Bild und Ton verschiedene begnadete S\u00e4nger aus der Vogelwelt vor und imitierte sie zum Teil mit eigenen Pfeift\u00f6nen oder auf einem Musikinstrument.<\/h5>\n<h6>von Hans Hidber<\/h6>\n<h6>Bad Ragaz. \u2013 Es gibt kaum jemanden, der sich nicht vom morgendlichen Vogelgesang in eine angenehme Stimmung versetzt f\u00fchlt. Die Motiviation f\u00fcr die gefiederten Komponisten liegt aber nicht darin, den Menschen eine Freude zu bereiten oder aus lauter Lebenslust ihre Lieder in den erwachenden Morgen oder in die Abendd\u00e4mmerung hinauszuschmettern. Es geht da um handfestere Dinge: Ihr Revier gesanglich zu markieren und zu verteidigen, f\u00fcr die singenden M\u00e4nnchen aber auch, Weibchen anzulocken. Daneben, so der Referent, festige vermutlich der Gesang bei einigen Arten den Paarzusammenhalt und synchronisiere das Verhalten des Paares. Weil das konventionelle Notensystem Vogelstimmen mit ihren oft stufenlosen Modulationen nur unzul\u00e4nglich widergeben kann, verwenden die Vogelforscher das sogenannte Sonogramm (mit Ultraschall erzeugtes Tondbild), das aber gut abzulesen ist.<\/h6>\n<p>Das Morgenkonzert<br \/>\nAuch bei den V\u00f6geln gibt es Fr\u00fch- und Sp\u00e4taufsteher. Wer an einem fr\u00fchen Morgen auf Vogelstimmen aus ist, wird ein gestaffeltes Einsetzen der verschiedenen Vogelregister im Morgenkonzert erleben. Nach der sogenannten \u00abVogeluhr\u00bb beginnt anderthalb Stunden vor Sonnenaufgang der Hausrotschwanz an zu singen, im Viertelstundentakt folgen die Singdrossel, die Amsel, das Rotkehlchen, der Zaunk\u00f6nig, der Buchfink und der Zilpzalp. Die Kohlmeise und die M\u00f6nchsgrasm\u00fccke w\u00e4hlen den Sonnenaufgang f\u00fcr ihren Einsatz, eine Viertelstunde sp\u00e4ter setzt der Distelfink ein, und Langschl\u00e4fer Gr\u00fcnfink findet es eine halbe Stunde nach Sonnenaufgang noch fr\u00fch genug, um auch noch in den Chor einzustimmen. Vielf\u00e4ltig wie in einem Sinfonieorchester sind die Ton- und Melodienstrukturen: Eint\u00f6nige, zwei- oder dreisilbige Motive, scharf oder weniger ausgepr\u00e4gt schmetternd, mit vielen Trillern fabulierend oder langgezogene, fl\u00f6tenartige T\u00f6ne. Dann gibt es auch noch ger\u00e4uschhaftes Schwirren wie bei gewissen Perkussionsinstrumenten.<\/p>\n<p>Vogelstimmen in der Musik<br \/>\nWer kennt nicht das einpr\u00e4gsame kurze Volkslied \u00abZyt isch do\u2026?\u00bb Der Komponist Casimir Meister (1869\u20131941) hat es bewusst als Dokumentation des Kuckuckrufs komponiert. Im weiteren beliebten Volkslied \u00abS\u2019Guggerzytli\u00bb kommt im Refrain sch\u00f6n zur Geltung, dass der Kuckuck sowohl die kleine wie auch die grosse Terz oder gar eine Quart beherrscht. Und im Zustand h\u00f6chster Erregung \u2013 wenn er etwa seiner Geliebten ansichtig wird \u2013 kann er sich zum dreifachen \u00abkuckuckuck\u00bb steigern, weiss Marti. Der Kuckuck hat auch weitere Komponisten animiert: zum Beispiel H\u00e4ndel mit dem Orgelkonzert \u00abKuckuck und Nachtigall\u00bb. In Volksliedern wie: \u00abEs t\u00f6nen die Lieder\u00bb oder \u00abAlle V\u00f6gel sind schon da\u00bb kommen gleich mehrere Gesangsk\u00fcnstler mit typischen Motiven zur Geltung. Der Referent erw\u00e4hnte auch prominente Komponisten wie Mozart, Beethoven und weitere, die in gewissen Werken Vogelgesangsmotive aufscheinen oder dies zumindest spekulieren lassen.<\/p>\n<p>Meisterhaft imitiert<br \/>\nDer Referent verbl\u00fcffte mit seinen v\u00f6llig authentisch t\u00f6nenden Imitationen der verschiedenen gefiederten S\u00e4nger mit seiner ganz speziellen Pfeiftechnik \u2013 \u00abganz einfach, man muss nur ein bisschen \u00fcben\u00bb, meinte er bescheiden. Wenn er gekonnt pfeifend durch den Wald schreiten w\u00fcrde, g\u00e4be es bei den Vogelm\u00e4nnchen, die singend ihr Revier verteidigen, ziemliche Irritationen. Das will er aber nicht, h\u00f6chstens als Mittel, um bei Vogelz\u00e4hlungen gewisse scheue Arten zu Gesicht zu bekommen. Als Hobbymusiker mit Bratsche, Gitarre und verschiedenen Fl\u00f6ten und Pfeifen bestens vertraut, spielte er etliche Passagen aus Werken, denen bekannte Komponisten bewusst oder vermutungsweise Motive aus dem Vogelgesang unterlegten. Marti ist aber auch skeptisch: \u00abNicht alles, was danach t\u00f6nt \u2013 ausser es sei vom Komponisten ausdr\u00fccklich so deklariert \u2013 muss dem Vogelgesang nachempfunden sein.\u00bb<\/p>\n<p>Auf der Homepage der Vogelwarte Sempach: www.vogelwarte.ch k\u00f6nnen verschiedenste Vogelstimmen abgeh\u00f6rt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die gefiederten Komponisten nachgeahmt Unter dem Titel \u00abVogelstimmen und Musik\u00bb stellte Dr. Christian Marti von der Vogelwarte Sempach, zugleich Hobbymusiker, in Wort, Bild und Ton verschiedene begnadete S\u00e4nger aus der Vogelwelt vor und imitierte sie zum Teil mit eigenen Pfeift\u00f6nen oder auf einem Musikinstrument. von Hans Hidber Bad Ragaz. \u2013 Es gibt kaum jemanden, der &hellip; <a href=\"https:\/\/kulturellevereinigung.ch\/?p=357\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Zeitungsbericht V\u00f6gel und ihre Stimmen<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-357","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kulturellevereinigung.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/357","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kulturellevereinigung.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kulturellevereinigung.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturellevereinigung.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturellevereinigung.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=357"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/kulturellevereinigung.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/357\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":362,"href":"https:\/\/kulturellevereinigung.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/357\/revisions\/362"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kulturellevereinigung.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=357"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturellevereinigung.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=357"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturellevereinigung.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=357"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}