{"id":426,"date":"2016-09-23T11:58:28","date_gmt":"2016-09-23T11:58:28","guid":{"rendered":"http:\/\/kulturellevereinigung.ch\/?p=426"},"modified":"2016-09-27T18:14:24","modified_gmt":"2016-09-27T18:14:24","slug":"hinweis-anlass-segantini-zeitungsbericht-referat-marco-giacometti-und-das-bergell","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturellevereinigung.ch\/?p=426","title":{"rendered":"Zeitungsbericht Referat Marco Giacometti und das Bergell"},"content":{"rendered":"<p>Zeitungsbericht Anlass Bergell mit Dr. Marco Giacometti, 21.9.2016<\/p>\n<p><strong>Das Bergell: die Heimat einer K\u00fcnstlerdynastie<\/strong><\/p>\n<p>Am ersten Vortragsabend der neuen Saison der Kulturellen Vereinigung Bad Ragaz hielt Dr. Marco Giacometti im Kursaal ein spannendes Referat \u00fcber die Pers\u00f6nlichkeiten der K\u00fcnstlerfamilie Giacometti sowie deren Heimat \u2013 das Bergell.<\/p>\n<p>von Hans Hidber<\/p>\n<p>Bad Ragaz. &#8211; F\u00fcr Bruno Della Santa, neues Vorstandsmitglied der Kulturellen Vereinigung, war es sein erster Auftritt als Moderator eines Vortragsanlasses. Er stellte den Referenten, Dr. Marco Giacometti aus Stampa im Bergell kurz vor: Er ist Mitbegr\u00fcnder des Vereins Amici del Centro Giacometti und Pr\u00e4sident der Fondazione Giacometti in Stampa und unterrichtet in Phil. II-F\u00e4chern an der Bergeller Sekundarschule in Stampa. Der Referent betonte einleitend, dass er nicht vertieft auf die Kunststile und Werke der Exponenten dieser K\u00fcnstlerdynastie eingehen wolle, sondern auf deren Biografien, Charakterz\u00fcge, pers\u00f6nliches und soziales Umfeld, ihr verwandtschaftliches Beziehungsgeflecht und nicht zuletzt auf das Bergell als ihre Heimat.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Eine inspirierende Landschaft<\/strong><\/p>\n<p>Marco Giacometti erl\u00e4uterte vorerst die landschaftlichen Eigenarten und Sch\u00f6nheiten des Bergells zwischen dem Oberengadin und Chiavenna, unterlegt mit traumhaften Bildern. Das Tal ist schon geologisch kontrastreich: Die schroffen Granit- Felsw\u00e4nde des Pizzo Casnile und Pizzo Badile auf der s\u00fcdlichenTalseite, sanftere Formen und Schiefer im Norden. Ein unglaubliches Farbenspektrum vor allem im Herbst, viel Licht und Schatten, das Harte und Schroffe auf der einen, das eher Weiche auf der anderen Talseite haben auch die Bev\u00f6lkerung gepr\u00e4gt. In dieser gab und gibt es zwei Gruppierungen: Alteingesessene Bergbauern auf ihren kleinen, k\u00e4rglichen H\u00f6fen, und R\u00fcckwanderer, die in der Fremde zu Wohlstand gekommen waren (zum Beispiel Zuckerb\u00e4cker) und sich in ihrer alten Heimat repr\u00e4sentative Bauten oder Ferienresidenzen leisten konnten. Am Beispiel der K\u00fcnstlerfamilie Giacometti ist aber auch offensichtlich, dass dieses einzigartige Tal vor allem auf Malbegabte inspirierend wirken musste.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Weitverzweigte K\u00fcnstlerfamilie<\/strong><\/p>\n<p>Aus der Giacometti-Familie gibt es nicht weniger als sechs K\u00fcnstlerpers\u00f6nlichkeiten, die an verschiedenen Orten in der Schweiz und im \u00fcbrigen Europa gewirkt und im Friedhof San Giorgio bei Borgonovo die gemeinsame letzte Ruhest\u00e4tte gefunden haben: Giovanni, Augusto, Zaccharia, Alberto, Diego und Bruno. Der Referent zeigte anhand der Stammb\u00e4ume das verwandtschaftliche Beziehungsgeflecht auf und fokussierte sich dann auf die drei Exponenten: Giovanni (1868 \u2013 1933), Maler und Grafiker, Sch\u00fcler von Giovanni Segantini; Augusto (1877 \u2013 1977), herausragender Maler, Erneuerer der Glasmalerei und Sch\u00f6pfer monumentaler Wandmalereien sowie Alberto (1901 \u2013 1966)<\/p>\n<p>Bildhauser, Maler und Grafiker der Moderne, der bereits zu Lebzeiten Weltruhm erlangte. Er d\u00fcrfte in der Kunstwelt mit seinen charakteristischen d\u00fcnnen Skulpturen, die heute an Auktionen Millionenbetr\u00e4ge erzielen, wohl der ber\u00fchmteste Vertreter der Giocometti-K\u00fcnstlerdynastie sein.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Ber\u00fchrender Abschluss<\/strong><\/p>\n<p>Der Referent wusste viele Details aus dem Leben und k\u00fcnstlerische Wirken der drei portr\u00e4tierten Giacomettis zu erz\u00e4hlen, auch von ihren verschiedenen Charakterz\u00fcgen und pers\u00f6nlichen Beziehungen sowie ihren wechselnden Kunststilen im Lauf der Jahre. Der Abschluss seiner Ausf\u00fchrungen galt aber ganz Alberto Giacometti in dessen letzter Lebensphase, die in einem von Schauspielern nachgestellten Film, aus dem er zwei Kurzszenen zeigte. Alberto, der die meiste Zeit in Paris verbrachte, wurde von den dortigen Medizinern im Glauben gelassen, sie h\u00e4tten ihm \u00abnur\u00bb ein Magengeschw\u00fcr herausoperiert, derweil es ein b\u00f6sartiger Tumor war. Alle, auch seine Frau, wussten davon, nur er nicht. Eine der Szenen zeigt den dramatischen Moment, wo er die Wahrheit erf\u00e4hrt. Er starb 1966 im Kantonsspital Chur.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zeitungsbericht Anlass Bergell mit Dr. Marco Giacometti, 21.9.2016 Das Bergell: die Heimat einer K\u00fcnstlerdynastie Am ersten Vortragsabend der neuen Saison der Kulturellen Vereinigung Bad Ragaz hielt Dr. Marco Giacometti im Kursaal ein spannendes Referat \u00fcber die Pers\u00f6nlichkeiten der K\u00fcnstlerfamilie Giacometti sowie deren Heimat \u2013 das Bergell. von Hans Hidber Bad Ragaz. &#8211; F\u00fcr Bruno Della &hellip; <a href=\"https:\/\/kulturellevereinigung.ch\/?p=426\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Zeitungsbericht Referat Marco Giacometti und das Bergell<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-426","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kulturellevereinigung.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/426","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kulturellevereinigung.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kulturellevereinigung.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturellevereinigung.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturellevereinigung.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=426"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/kulturellevereinigung.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/426\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":430,"href":"https:\/\/kulturellevereinigung.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/426\/revisions\/430"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kulturellevereinigung.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=426"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturellevereinigung.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=426"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturellevereinigung.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=426"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}