{"id":448,"date":"2017-01-10T08:10:03","date_gmt":"2017-01-10T08:10:03","guid":{"rendered":"http:\/\/kulturellevereinigung.ch\/?p=448"},"modified":"2017-01-24T08:10:59","modified_gmt":"2017-01-24T08:10:59","slug":"literaturfruehstueck-mit-catalin-dorian-florescu-hotel-tamina-22-1-2017-09-30-uhr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturellevereinigung.ch\/?p=448","title":{"rendered":"Zeitungsbericht zum Anlass mit Catalin Dorian Florescu"},"content":{"rendered":"<h3><strong>Geschichten aus dem Donaudelta<\/strong><\/h3>\n<h6>Beim Literaturfr\u00fchst\u00fcck, organisiert von der Gemeindebibliothek Bad Ragaz\/Taminatal und der Kulturellen Vereinigung Bad Ragaz, kamen die zahlreichen Literaturfreunde im Sorell Hotel Tamina in den Genuss einer unterhaltsamen Lesung des preisgekr\u00f6nten Schriftstellers Catalin Dorian Florescu.<\/h6>\n<p>von Hans Hidber<\/p>\n<p>Bad Ragaz. \u2013 Dass es eine unkonventionelle Literaturlesung geben w\u00fcrde, zeigte sich schon, als sich Schriftsteller Catalin Dorian Florescu statt an ein Rednerp\u00fcltchen auf einen Tisch setzte und w\u00e4hrend des ganzen Anlasses im intensiven Blickkontakt mit dem Publikum blieb. Die Lesung war eingebettet in ein reichhaltiges Fr\u00fchst\u00fcck des gastgebenden Sorell Hotels Tamina. F\u00fcr Verena Wick, w\u00e4hrend 25 Jahren Vorstandsmitglied der Kulturellen Vereinigung, war es der letzte von ihr organisierte Anlass. F\u00fcr ihr unerm\u00fcdliches Wirken, das im Hintergrund noch andauert, durfte sie den herzlichen Applaus des Publikums entgegennehmen. Sie stellte den preisgekr\u00f6nten Schriftsteller kurz vor: C.D. Florescu wurde 1967 in Rum\u00e4nien geboren, lebt seit 1982 in Z\u00fcrich, hat dort Psychologie und Psychopathologie studiert, ist mittlerweile Schweizer und seit 2001 freier Schriftsteller. Unter den verschiedenen Auszeichnungen seien hier der Schweizer Buchpreis 2011 f\u00fcr seinen Roman \u00abJacob beschiesst zu lieben\u00bb und den Josef-von Eichendorff-Literaturpreis 2012 f\u00fcr sein Gesamtwerk erw\u00e4hnt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Lachen als Ventil <\/strong><\/p>\n<p>Der Schriftsteller wurde in eine Zeit der kommunistischen Diktaturen hineingeboren, konkret in das Rum\u00e4nien des Autokraten Ceausescu, das im Verein mit der Sowjetunion und seinen Satelliten dem Ostblock zugeh\u00f6rte. Hinter vorgehaltener Hand kursierten in einer Art Galgenhumor Witze \u00fcber die Potentaten von Rum\u00e4nien bis Ostdeutschland. Florescu gab in seinen einleitenden Ausf\u00fchrungen einige davon zum Besten. Eigentlich waren die prek\u00e4ren wirtschaftlichen und politischen Lebensumst\u00e4nde der totalit\u00e4ren Staaten \u00fcberhaupt nicht zum Lachen. \u00abAber es war das Ventil und die stille Rache der B\u00fcrger, die sich sonst gegen die Unterdr\u00fcckung nicht zur Wehr setzen konnten.\u00bb Und: \u00abWer lacht, weint nicht.\u00bb Der Buchautor schilderte zum besseren Verst\u00e4ndnis der Hintergr\u00fcnde seiner literarischen Werke das vielf\u00e4ltige V\u00f6lkergemisch und die atemberaubend sch\u00f6ne Landschaft mit reichhaltiger Flora und Fauna im und rund ums Donaudelta. Mit seiner ausgesprochenen Erz\u00e4hl- und Fabulierkunst fesselte er das Publikum w\u00e4hrend fast zwei Stunden, ohne dass auch nur eine Sekunde Langweile aufkam.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>B\u00fccher voller Leben<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr die Autorenlesung w\u00e4hlte Florescu aus seinen Werken Ausz\u00fcge aus den B\u00fcchern \u00abZaira\u00bb und \u00abDer Mann, der das Gl\u00fcck bringt\u00bb aus, nachdem er im Vorspann auch noch frei \u00fcber die Romanfigur \u00abDer blinde Masseur\u00bb erz\u00e4hlt hatte. \u00dcberhaupt war es mehr ein unterhaltsames Erz\u00e4hlen als ein auf die Buchtexte fixiertes Lesen, was auch ganz dem lebendig geschriebenen Inhalt seiner Werke entspricht. Anschaulich beschrieben wird das k\u00e4rgliche Leben in Rum\u00e4nien mit ber\u00fchrenden und oft auch am\u00fcsanten Details, die unerf\u00fcllten Hoffnungen mancher Auswanderer, die v\u00f6llig desillusioniert vom \u00abLand der Verheissung\u00bb in den Strassenschluchten New Yorks strandeten. Keine einfach gestrickten Geschichten mit einem obligaten Happyend, daf\u00fcr voller Dramatik und leiser Melancholie und auch immer wieder aufscheinender Komik. Die Romane wirken nicht zuletzt so authentisch, weil sie wohl auch autobiografische Elemente des Autors und seines famili\u00e4ren Umfeldes in sich bergen.<\/p>\n<p>Geschichten, in der nicht Helden oder \u00fcberzeichnete Romanfiguren, sondern kleine Leute mit ihren \u00c4ngsten, Sehns\u00fcchten und Hoffnungen die Hauptrolle spielen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Geschichten aus dem Donaudelta Beim Literaturfr\u00fchst\u00fcck, organisiert von der Gemeindebibliothek Bad Ragaz\/Taminatal und der Kulturellen Vereinigung Bad Ragaz, kamen die zahlreichen Literaturfreunde im Sorell Hotel Tamina in den Genuss einer unterhaltsamen Lesung des preisgekr\u00f6nten Schriftstellers Catalin Dorian Florescu. von Hans Hidber Bad Ragaz. \u2013 Dass es eine unkonventionelle Literaturlesung geben w\u00fcrde, zeigte sich schon, als &hellip; <a href=\"https:\/\/kulturellevereinigung.ch\/?p=448\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Zeitungsbericht zum Anlass mit Catalin Dorian Florescu<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-448","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kulturellevereinigung.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/448","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kulturellevereinigung.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kulturellevereinigung.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturellevereinigung.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturellevereinigung.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=448"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/kulturellevereinigung.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/448\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":453,"href":"https:\/\/kulturellevereinigung.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/448\/revisions\/453"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kulturellevereinigung.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=448"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturellevereinigung.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=448"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturellevereinigung.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=448"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}