{"id":508,"date":"2017-09-05T12:05:06","date_gmt":"2017-09-05T12:05:06","guid":{"rendered":"http:\/\/kulturellevereinigung.ch\/?p=508"},"modified":"2017-09-25T06:33:30","modified_gmt":"2017-09-25T06:33:30","slug":"saisoneroeffnung-mit-dem-schweizerischen-nationalpark-am-22-9-2017","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturellevereinigung.ch\/?p=508","title":{"rendered":"Bericht zum ersten Vortrag der Saison \u00fcber den Schweizerischen Nationalpark"},"content":{"rendered":"<h3><strong>Nationalpark<\/strong><strong>: <\/strong><strong>Das gr\u00f6sste Freiluftlabor <\/strong><\/h3>\n<p><strong>An der ersten Veranstaltung der Kulturellen Vereinigung Bad Ragaz in der neuen Vortragsreihe<\/strong><\/p>\n<p><strong>referierte Heiner Haller, Direktor des Schweizer Nationalparks \u00fcber dessen Gr\u00fcndungsgeschichte, Zielsetzungen sowie \u00fcber die Erkenntnisse der wissenschaftlichen Forschungsarbeit.<\/strong><\/p>\n<p>von Hans Hidber<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Bad Ragaz. &#8211; F\u00fcr das Thema Nationalpark ist der Herbst, wo sich die L\u00e4rchen im Engadin langsam f\u00e4rben, gerade die richtige Zeit. Am Freitagabend fanden sich im Kursaal des Grand Resort zahlreiche Interessierte ein, um vom wohl kompetentesten Kenner dieses mit 170 km2 gr\u00f6ssten Schutzgebietes im Alpenraum: Prof. Dr. Heinrich Haller viel Wissenswertes \u00fcber dieses einzigartige, vor \u00fcber 100 Jahren gegr\u00fcndete Werk zu erfahren. Claudia Biel, Vorstandsmitglied der Kulturellen Vereinigung, stellte den Referenten kurz vor: Er studierte Zoologie, Botanik und Geografie, ist seit gut 20 Jahren Direktor des Schweizer Nationalparks (SNP) und seit 1998 auch Dozent an der Universit\u00e4t G\u00f6ttingen zum Thema Gebirgs\u00f6kologie.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Ein Flaggschiff des Naturschutzes<\/strong><\/p>\n<p>Zum Einstieg ins Referat erl\u00e4uterte Heinrich Haller das Logo des Nationalparks mit dem Vogel, den wohl die wenigsten kennen. Weder der Steinadler noch der Bartgeier, die K\u00f6nige der L\u00fcfte, kamen zu dieser Ehre, sondern der bescheidene Tannenh\u00e4her. \u00abEr m\u00fcsste eigentlich Arvenh\u00e4her heissen\u00bb, meinte der Referent, denn er ern\u00e4hre sich haupts\u00e4chlich von Arvensamen, sammle im Jahr bis zu 60\u00a0000 Arvenzapfen, die er an verschiedenen Orten als Nahrungsdepot verstecke. Weil ein Grossteil davon nicht mehr gefunden wird, sorgen diese Ablagen f\u00fcr Arven-Nachwuchs \u2013 ein kompletter \u00f6kologischer Kreislauf. Die Gr\u00fcndung im Jahr 1914 war eine ausgesprochene Pioniertat; Hauptinitiator war der Basler Naturforscher Paul Sarasin, dem es mit seinen hartn\u00e4ckigen Bem\u00fchungen gelang, das Bundesparlament f\u00fcr diese Idee zu gewinnen. \u00abWir k\u00f6nnen stolz darauf sein, dass f\u00fcr den Nationalpark ein eigenes Bundegesetz erlassen wurde\u00bb, so der Referent.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wildnis zentraler Inhalt des SNP<\/strong><\/p>\n<p>Damit sich die Natur ohne menschliche Eingriffe entwickeln kann und erforschen l\u00e4sst, mussten f\u00fcr den Besuch des Nationalparks etliche Gebote und Verbote erlassen werden, \u00fcber deren Einhaltung die Parkw\u00e4chter sorgen. Trotzdem gibt es den Besuchern des SNP genug M\u00f6glichkeiten, die unber\u00fchrte \u00abWildnis\u00bb zu erleben, sofern man nicht von den markierten Wegen abweicht.<\/p>\n<p>Im Schutzgebiet gedeiht eine unglaubliche Vielfalt an Flora und Fauna. Die Langzeitforschung zeigt auch die Auswirkungen der Klimaerw\u00e4rmung; so hat sich der Lebensraum der Alpenschneeh\u00fchner und der Schneehasen um 100 H\u00f6henmeter nach oben verschoben. Eindr\u00fccklich waren auch die vergleichenden Fotos zur Zeit der Gr\u00fcndung und der Ansicht von heute. Der Bergbau am Ofenpass hinterliess grosse abgeholzte Fl\u00e4chen. Die Natur hat sich den Lebensraum f\u00fcr Pflanzen und Tiere wieder zur\u00fcckgeholt, auch wenn diese R\u00fcckentwicklung viel Zeit braucht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die Natur reguliert sich selber<\/strong><\/p>\n<p>Ein wichtiges Forschungsziel war und ist es, herauszufinden, wie die sich selbst \u00fcberlassene Schutzgebiete ohne Eingriff von Menschenhand l\u00e4ngerfristig entwickeln. Es habe immer wieder, so der Referent, Unkenrufe gegeben, dass die Borkenk\u00e4fer ganze W\u00e4lder zerst\u00f6ren k\u00f6nnten oder Jungpflanzen durch Wildverbiss nicht aufk\u00e4men. \u00abDiese Bef\u00fcrchtungen haben sich nicht bewahrheitet\u00bb. Einiges Erstaunen l\u00f6ste beim Publikum die Feststellung aus, dass die Hirsche den Nationalpark als Winterquartier meiden; nur etwa 5 % des Bestandes w\u00fcrden dort ausharren, w\u00e4hrend die anderen 95 % vorzugsweise schneearme, gut besonnte H\u00e4nge im Vinschgau oder sonst in der Nachbarschaft als Winterquartier vorz\u00f6gen. Als Fazit der vielf\u00e4ltigen Forschungsarbeit im Nationalpark nannte der Referent abschliessend das gewonnene Vertrauen in die Selbstregulierungskraft der Natur, wenn der \u00f6kologische Kreislauf nicht gest\u00f6rt wird. Dies h\u00e4tte die nat\u00fcrliche Entwicklung der seit 100 Jahren unber\u00fchrten Schutzfl\u00e4chen des Nationalparks gezeigt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nationalpark: Das gr\u00f6sste Freiluftlabor An der ersten Veranstaltung der Kulturellen Vereinigung Bad Ragaz in der neuen Vortragsreihe referierte Heiner Haller, Direktor des Schweizer Nationalparks \u00fcber dessen Gr\u00fcndungsgeschichte, Zielsetzungen sowie \u00fcber die Erkenntnisse der wissenschaftlichen Forschungsarbeit. von Hans Hidber &nbsp; Bad Ragaz. &#8211; F\u00fcr das Thema Nationalpark ist der Herbst, wo sich die L\u00e4rchen im Engadin &hellip; <a href=\"https:\/\/kulturellevereinigung.ch\/?p=508\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Bericht zum ersten Vortrag der Saison \u00fcber den Schweizerischen Nationalpark<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-508","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kulturellevereinigung.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/508","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kulturellevereinigung.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kulturellevereinigung.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturellevereinigung.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturellevereinigung.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=508"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/kulturellevereinigung.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/508\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":522,"href":"https:\/\/kulturellevereinigung.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/508\/revisions\/522"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kulturellevereinigung.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=508"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturellevereinigung.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=508"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturellevereinigung.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=508"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}