{"id":534,"date":"2017-11-13T09:51:00","date_gmt":"2017-11-13T09:51:00","guid":{"rendered":"http:\/\/kulturellevereinigung.ch\/?p=534"},"modified":"2017-11-24T07:30:19","modified_gmt":"2017-11-24T07:30:19","slug":"einladung-vortrag-daniel-anrig-vatikan-22-11-2017","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturellevereinigung.ch\/?p=534","title":{"rendered":"Zeitungsbericht Vortrag Daniel Anrig &#8222;Vatikan &#8211; Schweizergarde&#8220;"},"content":{"rendered":"<h3><strong>Hinter die Mauern des Vatikans geblickt<\/strong><\/h3>\n<p>Der Sarganser Daniel Anrig, 34. Kommandant der P\u00e4pstlichen Schweizergarde (2008 \u2013 2015) vermittelte im Rahmen der Vortragsreihe der Kulturellen Vereinigung Bad Ragaz spannende Einblicke hinter die Kulissen des Vatikans und der Schweizergarde.<\/p>\n<p>von Hans Hidber<\/p>\n<p>Bad Ragaz. &#8211; F\u00fcr den ehemaligen Kommandanten der P\u00e4pstlichen Schweizergarde war der gut besuchte Vortrag im Kursaal ein Heimspiel, f\u00fchlt sich Daniel Anrig doch als geb\u00fcrtiger Sarganser mit dem Sarganserland stark verbunden. Der studierte Jurist war bereits von 1992 bis 1994 Hellebardier der Garde, 2008 wurde er von Papst Benedikt XVI. zum Kommandanten berufen; ein Amt, das er bis Ende 2015 aus\u00fcbte. Zuvor war er Kommandant der Glarner Kantonspolizei. Nach der R\u00fcckkehr in die Schweiz trat er seinen neuen Job als Chef der Flughaften-Stabsabteilung der Kantonspolizei Z\u00fcrich an.<\/p>\n<p>Er wohnt mit seiner sechsk\u00f6pfigen Familie im Glarnerland.<\/p>\n<p><strong>Bewegte Geschichte<\/strong><\/p>\n<p>Die Garde wurde 1506 von Papst Julius II. gegr\u00fcndet. \u00abEs wird ja eurer ganzen Nation Ruhm bringen, dass eure M\u00e4nner, bevorzugt vor anderen, zur Bewachung des Apostolischen Palastes berufen werden\u00bb schrieb der Papst im Juni 1505 der Eidgen\u00f6ssischen Tagsatzung in seinem Gesuch, ihm 200 \u00abFussknechte\u00bb zu entsenden. 150 junge Schweizer folgten diesem Ruf und traten am 22. Januar 1506 ihren Dienst an. Beim \u00abSacco di Roma\u00bb (Pl\u00fcnderung Roms) am 6. Mai 1527 wurden 147 von 189 Gardisten hingemetzelt. Seither wird der 6. Mai als Gedenktag begangen, an dem jeweils auch die Vereidigung der im Vorjahr eingetretenen Rekruten stattfindet: 1870 erfolgte die milit\u00e4rische Einnahme des bis dahin noch verbliebenen Kirchenstaats durch italienische Truppen; 1929 wurden mit Mussolini die sogenannten Lateranvertr\u00e4ge ausgehandelt, die dem nur 44 Hektaren grossen Zwergstaat Vatikan volle Souver\u00e4nit\u00e4t sicherten und auch die Bewachung der Eing\u00e4nge durch die Schweizergarde festlegten. 1970 schaffte Paul VI. die Nobelgarde und die Palatingarde ab, sodass nur noch die beiden Sicherheitskorps Schweizergarde und die p\u00e4pstliche Gendarmerie blieben.<\/p>\n<p><strong>Die Kernaufgaben der Garde<\/strong><\/p>\n<p>Anrig nannte die vier Hauptaufgaben der Garde: Personenschutz f\u00fcr den Heiligen Vater, auch auf seinen Reisen; die Eing\u00e4nge zu Vatikanstadt bewachen; das Kardinalskollegium w\u00e4hrend des Konklaves zu besch\u00fctzen und Ordnungs- und Ehrendienste zu leisten. \u00abDer Vatikan selbst mit seinen Institutionen gibt es eine Aufgabentrennung: Die Garde hat die Eing\u00e4nge zur Vatikanstadt zu bewachen und den Schutz des Apostolischen Palastes und des Papstes zu gew\u00e4hrleisten. Die Gendarmerie hat die Verantwortung f\u00fcr die Aufrechterhaltung der \u00f6ffentlichen Ordnung auf dem Territorium der Vatikanstadt. Da gab es schon Differenzen zwischen den beiden Sicherheitskorps: Papst Franziskus logiert bekanntlich ausserhalb der Papstwohnung im Palast auf Territorium, f\u00fcr das die Gendarmerie zust\u00e4ndig ist. Andererseits hat die Garde dort pr\u00e4sent zu sein, wo sich der Papst aufh\u00e4lt. Kommandant Anrig ist es gelungen, diesen Konflikt einvernehmlich zu l\u00f6sen.<\/p>\n<p><strong>Zwischen Tradition und Moderne<\/strong><\/p>\n<p>Die Gardisten in ihrer malerischen Uniform sind ein beliebtes Foto-Sujet. Aber der Schein einer folkloristischen Truppe tr\u00fcgt. Die Gardisten erfahren eine umfassende Ausbildung in der Waffenhandhabung und im Nahkampf, m\u00fcssen auch ihr Durchstehverm\u00f6gen bei langen und einsamen Wachestehen trainieren. Vielf\u00e4ltig sind die Aufgaben eines Kommandanten. Die \u00abedelsten\u00bb auf den Punkt gebracht: Rekrutierung, Ausbildung und Korpsgeist leben, so der Referent. Hinter diesen drei Schwerpunkten verbergen sich unz\u00e4hlige Details, die Anrig anschaulich schilderte. \u00abRom ist meine emotionale Heimat\u00bb bekannte er. \u00abWo sonst gibt es einen Job, in dem K\u00f6rper, Geist und Seele gleichsam ber\u00fchrt werden?\u00bb Die Amtsdauer eines Kommandanten betr\u00e4gt 5 Jahre. Seine wurde beim Amtsantritt von Papst Franziskus 2013 provisorisch um zwei Jahre verl\u00e4ngert. \u00abDass neue P\u00e4pste ihr Kader nach ihrem Gusto auswechseln, ist normal und nachvollziehbar\u00bb, so Anrig. Dennoch war die Beendigung seines Engagements auf Ende 2015 nicht nur f\u00fcr ihn, sondern auch seine famili\u00e4re Umgebung ein Schock. \u00abAber ich denke in Dankbarkeit zur\u00fcck, dass ich einmalige Erfahrungen sammeln, den Glauben und die innere Berufung leben durfte.\u00bb<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hinter die Mauern des Vatikans geblickt Der Sarganser Daniel Anrig, 34. 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