{"id":556,"date":"2018-01-25T06:58:49","date_gmt":"2018-01-25T06:58:49","guid":{"rendered":"http:\/\/kulturellevereinigung.ch\/?p=556"},"modified":"2018-02-09T10:02:05","modified_gmt":"2018-02-09T10:02:05","slug":"einladung-vortrag-nordkorea-nur-mit-mail-anmeldung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturellevereinigung.ch\/?p=556","title":{"rendered":"Zeitungsbericht zum Vortrag NORDKOREA"},"content":{"rendered":"<h3><strong>Nordkorea zwischen Grossartigkeit, Armut und Elend<\/strong><\/h3>\n<h5>Der von der Kulturellen Vereinigung Bad Ragaz organisierte Vortrag von Walter Eggenberger \u00fcber Nordkorea lockte viele Interessierte an. Der Referent ist der breiteren \u00d6ffentlichkeit vor allem als ehemaliger Moderator von \u00abZahn vor Zehn\u00bb im Schweizer Fernsehen in bester Erinnerung.<\/h5>\n<h6>von Hans Hidber<\/h6>\n<p>Bad Ragaz. \u2013 \u00abIch werde kein politisches Seminar abhalten\u00bb, stellte der Referent gleich zu Beginn seines Vortrages klar. Kaum ein anderer Schweizer d\u00fcrfte sich in Nordkorea so gut auskennen als Walter Eggenberger, der in den 20 Jahren seit der Beendigung seiner Fernsehkariere das v\u00f6llig abgeschottete Land immer wieder bereiste und sich dort auch l\u00e4ngere Zeit aufhielt. Die erste Bekanntschaft mit Nordkorea machte er 1998, als er im Auftrag des Schweizer Katastrophenhilfskorps ein ganzes Jahr dort verbrachte, um die Verteilung der schweizerischen Hilfsg\u00fcter nach der grossen Hungersnot zu organisieren und koordinieren. Seither war er schon 15-mal in seiner neuen Bet\u00e4tigung als Reisebegleiter in diesem Land und konnte deshalb in seinem h\u00f6chst spannenden Referat unter dem Titel \u00abMeine Erfahrungen in Nordkorea\u00bb in Wort und Bild aus dem Vollen sch\u00f6pfen.<\/p>\n<p><strong>Ein bizarrer Personenkult<\/strong><\/p>\n<p>Kaum hat man die akribische Grenzkontrolle hinter sich \u2013 bei der vor allem mitgebrachte Literatur und selbst Landkarten von Nordkorea ohne Begr\u00fcndung konfisziert werden \u2013 sehe man mit einem Personenkult konfrontiert, wie er kaum noch irgendwo sonst in der Welt anzutreffen sei. In allen \u00f6ffentlichen Geb\u00e4uden und R\u00e4umen m\u00fcssen zwingend die Portr\u00e4ts der\u00bb grossen\u00bb und \u00abgeliebten\u00bb F\u00fchrer Kim IL-sung und Kim Jong-Il (Grossvater und Vater des Jungdiktators) angebracht sein. Dann die \u00fcberlebensgrossen Statuen der beiden, vor denen man sich ehrf\u00fcrchtig zu verneigen hat; ferner gibt es im Land rund 30\u00a0000 Skulpturen zur Verherrlichung des Staatsgr\u00fcnders und seines Sohnes. Zu diesem Kult passen auch die grossartig inszenierten und orchestrierten Massenveranstaltungen mit einer neidlos zu bewundernden Choreografie, wobei zum Beispiel etwa 30\u00a0000 Personen durch Hochhalten und Wechsel verschiedenfarbiger Kartons mit unglaublicher Pr\u00e4zision lebende Bilder erzeugten. Der Referent liess auch Bilder einer atemberaubend sch\u00f6nen, weitgehend unber\u00fchrten Landschaft aufscheinen.<\/p>\n<p><strong>Alltag lockerer als auch schon<\/strong><\/p>\n<p>\u00abDie Nordkoreaner gelten als Italiener des Ostens\u00bb, so der Referent. Die Bev\u00f6lklerung sei freundlich und gastfreundlich, doch darf niemand mit Touristen direkten Kontakt aufnehmen. Eggenberger kann mittlerweile eine gewisse Tendenz zur Lockerung im t\u00e4glichen Umgang feststellen. Am 1. Mai h\u00e4tte er eine bombastische Milit\u00e4rparade erwartet. Stattdessen h\u00e4tten Tausende von Familien von den vielen P\u00e4rken in Pyongyang und den kilometerlangen Flusspromenaden Besitz ergriffen, gegrillt und gepicknickt, \u00abdass es eine Freude war\u00bb. Doch es gebe auch die dunkeln Seiten von Armut und Elend in jenen Gebieten, zu denen nicht einmal Hilfswerke Zutritt haben. Ein ihm zugespieltes Bild zeigt ausgemergelte Kinder, auf riesigen Feldern ist ein einzelner Bauer zu sehen, mit einem Ochsen oder einer Kuh am Pflug. Was sich fern von den mit Propaganda betr\u00e4ufelten Touristenzonen abspiele, k\u00f6nne nur erahnt werden.<\/p>\n<p><strong>Tr\u00fcgerisches Tauwetter<\/strong><\/p>\n<p>\u00abDer Rhythmus zwischen Zeichen der Ann\u00e4herung und der Provokationen mit milit\u00e4rischen Drohgeb\u00e4rden l\u00e4uft seit Jahrzehnten immer gleich ab\u00bb, so Eggenberger. Ob dahinter innenpolitisches Kalk\u00fcl, Bluff oder ernstgemeinte Absichten stecken, sei schwer auszumachen. Der Referent zeigte auch ein ern\u00fcchterndes Bild \u00fcber die hochgejubelten angeblichen \u00abFamilienzusammenf\u00fchrungen\u00bb.<\/p>\n<p>Diese Begegnungen von seit Jahrzehnten auseinandergerissenen Familien w\u00fcrden ausschliesslich in Nordkorea stattfinden (unter Aufsicht), dann m\u00fcssten die Angeh\u00f6rigen wieder zu ihren Wohnorten zur\u00fcck und bek\u00e4men nachher nie wieder Gelegenheit, sich erneut zu treffen. \u00abDas ist doch keine Familienzusammenf\u00fchrung\u00bb, emp\u00f6rt sich Eggenberger. Derzeit gibt Diktator Kim Jong-un mit Blick Zusammenhang mit dem gemeinsamen Auftritt an der Winterolympiade in S\u00fcdkorea wieder vers\u00f6hnliche T\u00f6 ne von sich. \u00abEs ist ja sch\u00f6n, dass sie wieder miteinander reden\u00bb, meint der Referent dazu. Aufgrund seiner Erfahrungen ist er aber skeptisch, dass daraus etwas Nachhaltiges entsteht. Im Rhythmus der unberechenbaren Wechselb\u00e4der k\u00f6nnte bald wieder erneutes S\u00e4belrasseln folgen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nordkorea zwischen Grossartigkeit, Armut und Elend Der von der Kulturellen Vereinigung Bad Ragaz organisierte Vortrag von Walter Eggenberger \u00fcber Nordkorea lockte viele Interessierte an. 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