{"id":563,"date":"2018-02-16T12:45:01","date_gmt":"2018-02-16T12:45:01","guid":{"rendered":"http:\/\/kulturellevereinigung.ch\/?p=563"},"modified":"2018-03-08T12:48:12","modified_gmt":"2018-03-08T12:48:12","slug":"einladung-vortrag-niki-de-saint-phalle-tinguely","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturellevereinigung.ch\/?p=563","title":{"rendered":"Zeitungsbericht Niki de Saint Phalle &#038; Tinguely"},"content":{"rendered":"<h1><strong>Bonnie &amp; Clyde der Kunst<\/strong><\/h1>\n<h3><strong>An einem weiteren Anlass der Kulturellen Vereinigung Bad Ragaz berichtete Dr. Yvonne Lehnherr, Fribourg, im Kursaal des Grand Resorts \u00fcber Leben und Werk des avantgardistischen K\u00fcnstlerpaars Jean Tinguely und Niki de St. Phalle.<\/strong><\/h3>\n<p>von Hans Hidber<\/p>\n<p>Bad Ragaz. \u2013 Ursula Wyss von der Kulturellen Vereinigung stellte die Referentin kurz vor: Dr. Yvonne Lehnherr ist Kunsthistorikerin und leitete vor ihrer Pensionierung w\u00e4hrend fast drei Jahrzehnten das Freiburger Museum f\u00fcr Kunst und Geschichte. Sie kannte das K\u00fcnstlerpaar Jean Tinguely und Niki de St. Phalle pers\u00f6nlich und gilt als wohl beste Kennerin der recht aufregenden Lebensgeschichte der beiden, die auch schon als \u00abBonnie &amp; Clyde der Kunst\u00bb bezeichnet wurden. Doch anders als das ber\u00fchmte Gangsterpaar, das durch ihre kriminelle Energie mit Einbr\u00fcchen und Morden zusammengeschweisst wurde, ist es bei Tinguely und Niki de St. Phalle die gemeinsame Faszination der provokativen, avantgardistischen und f\u00fcr die Zeit der fr\u00fchen Sechzigerjahre geradezu revolution\u00e4ren Kunst, die das Paar trotz verschiedener Beziehungskrisen zusammenhielt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>\u00dcber die Dekoration zur Kunst<\/strong><\/p>\n<p>Die Referentin begann ihre Ausf\u00fchrungen mit einigen biografischen Angaben der beiden Kunstschaffenden, deren zum Teil monumentalen Werke an verschiedenen Orten un\u00fcbersehbar und dank der soliden Konstruktion noch Jahrhunderte \u00fcberdauern k\u00f6nnten, sofern sie nicht gewaltsam entfernt werden. Jean Tinguely wurde am 22. Mai 1925 in Fribourg geboren; im gleichen Jahr zog die Familie nach Basel, wo Tinguely aufwuchs und 1941 beim Warenhaus Globus eine Lehre als Dekorateur begann. Sein \u00abundiszipliniertes Verhalten\u00bb f\u00fchrte 1943 zur fristlosen K\u00fcndigung. Seine schon fr\u00fch entwickelten eigenwilligen Ansichten passten wohl nicht zur bieder-langweiligen Dekorationskunst der damaligen Zeit. Seinen Lehrabschluss machte er dann 1944 beim unabh\u00e4ngigen Dekorateur Joos Hutter, der ihn zum Besuch der Kunstgewerbeschule Basel animierte. Dort setzte sich Tinguely erstmals mit der modernen Kunst auseinander. Ab 1945 bet\u00e4tigte er sich als freischaffender Dekorateur, schuf seine ersten plastischen Werke aus Draht und wurde mit seinen v\u00f6llig unkonventionellen Kreationen zum Schrecken der damaligen Kunstszene.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Auf Anhieb verliebt<\/strong><\/p>\n<p>Niki de St. Phalle wurde am 29. Oktober 1930 in einem Pariser Vorort geboren; die Familie zog dann nach New York, wo sich der Vater als B\u00f6rsenmakler bet\u00e4tigte und beim B\u00f6rsenkrach sein ganzes Verm\u00f6gen verlor. Niki wuchs haupts\u00e4chlich in den USA auf und kehrte 1952 nach Paris zur\u00fcck, wo sie zun\u00e4chst als Aktionsk\u00fcnstlerin arbeitete, ihre ersten Gem\u00e4lde schuf. Als sie 1955 Jean Tinguely in seinem Atelier besuchte, war sie fasziniert vom \u00abSchrotthaufen mit den wunderbaren Sch\u00e4tzen\u00bb, aber nicht nur von diesen, sondern auch vom attraktiven K\u00fcnstler selber, in den sie sich auf Anhieb verliebte. Tinguely war alles andere als ein Monogamist und verstr\u00f6mte eine Aura, die Frauen magisch anzuziehen schien. Die beiden wurden ein Paar und arbeiteten, zum Teil in unterschiedlicher Kunstausrichtung, zum Teil in gemeinsamen Projekten eng zusammen. Trotz der Beziehungskrisen und zeitweiligen Trennungen wegen Tinguelys Frauengeschichten heiratete das Paar 1971. K\u00fcnstlerisch erregte Niki vor allem mit ihren volumin\u00f6sen, tanzenden \u00abNanas\u00bb grosses Aufsehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Bleibende Werke<\/strong><\/p>\n<p>Mit der Aufz\u00e4hlung der zahlreichen Kunstobjekte und Ausstellungen von Jean Tinguely und Niki de St. Phalle k\u00f6nnte man Seiten f\u00fcllen. Mit seinen kinetischen Kunstwerken z\u00e4hlt Tinguely zu den wichtigen Wegbereitern der Kunst in der zweiten H\u00e4lfte des 20. Jahrhunderts. Beispielhaft sind die aus Schrottgegenst\u00e4nden konstruierten, skurrilen Maschinen voll liebenswerter Poesie mit viel R\u00e4derwerk und Betriebsamkeit lauter Leerlauf produzieren. Ob Tinguely dabei an die bedeutend langsamer mahlenden M\u00fchlen der B\u00fcrokratie gedacht hat? Und ein Kunstwerk von Niki de St. Phalle wird t\u00e4glich von Tausenden beachtet: Ihr seit 1997 in der grossen Halle des Z\u00fcrcher HB schwebende, riesige \u00abSchutzengel\u00bb. Jean Tinguely starb am 30. August 1991. An seiner Beerdigung in Fribourg nahmen \u00fcber 10\u00a0000 Personen teil. Das Lebenslicht von Niki de St. Phalle erlosch am 21. Mai 2002 in San Diego, wohin sie sich aus gesundheitlichen Gr\u00fcnden zur\u00fcckgezogen hatte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bonnie &amp; Clyde der Kunst An einem weiteren Anlass der Kulturellen Vereinigung Bad Ragaz berichtete Dr. Yvonne Lehnherr, Fribourg, im Kursaal des Grand Resorts \u00fcber Leben und Werk des avantgardistischen K\u00fcnstlerpaars Jean Tinguely und Niki de St. Phalle. von Hans Hidber Bad Ragaz. \u2013 Ursula Wyss von der Kulturellen Vereinigung stellte die Referentin kurz vor: &hellip; <a href=\"https:\/\/kulturellevereinigung.ch\/?p=563\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Zeitungsbericht Niki de Saint Phalle &#038; Tinguely<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-563","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kulturellevereinigung.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/563","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kulturellevereinigung.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kulturellevereinigung.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturellevereinigung.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturellevereinigung.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=563"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/kulturellevereinigung.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/563\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":568,"href":"https:\/\/kulturellevereinigung.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/563\/revisions\/568"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kulturellevereinigung.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=563"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturellevereinigung.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=563"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturellevereinigung.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=563"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}