{"id":617,"date":"2018-09-24T08:33:59","date_gmt":"2018-09-24T08:33:59","guid":{"rendered":"http:\/\/kulturellevereinigung.ch\/?p=617"},"modified":"2018-11-05T07:04:18","modified_gmt":"2018-11-05T07:04:18","slug":"einladung-talisker-atlantic-challenge-ein-live-bericht-des-transatlantik-ruderrennens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturellevereinigung.ch\/?p=617","title":{"rendered":"Zeitungsbericht zu \u201eTalisker Atlantic Challenge\u201c"},"content":{"rendered":"<h3><strong>Mittwoch<\/strong>, 31. Oktober 2018, <strong>20.00 Uhr<\/strong><\/h3>\n<h2><strong>In einer Nussschale \u00fcber den Atlantik<\/strong><\/h2>\n<p><em>Zwei der vier Ruderer des Swiss Mocean Team gaben k\u00fcrzlich im Rahmen der Kulturellen Vereinigung Bad Ragaz einen eindr\u00fccklichen Einblick \u00fcber ihre erfolgreiche Teilnahme an der Talisker Atlantic Challenge. <\/em><\/p>\n<p>von Angela Adank<\/p>\n<p>Eine physische und psychische Grenzerfahrung war es, die Teilnahme am wohl h\u00e4rtesten Ruderrennen der Welt: Laurenz Els\u00e4sser aus Walenstadt, Luca Baltensperger, Yves Schultheiss und Marlin Strub schafften es als erstes Schweizer Team, trotz grossen H\u00fcrden und viel Skepsis im Vorfeld, die \u00abTalisker Whisky Atlantic Challenge\u00bb anfangs dieses Jahres erfolgreich zu beenden. Am 13.Dezember starteten sie auf der Kanareninsel \u00abLa Gomera\u00bb und erreichten in 30 Tagen, so schnell wie keine anderen Boote in den Jahren zuvor, die nahezu 5`000km entfernte Karibikinsel Antigua. Marco Della Santa, Vorstandsmitglied der Kulturellen Vereinigung, durfte vergangene Woche im Kursaal des Grand Resort Luca Baltensperger und Yves Schultheiss pers\u00f6nlich begr\u00fcssen: \u00abEine enorme Bewunderung habe ich f\u00fcr euch und eure Tat, die im Voraus auch von einer grossen Ungl\u00e4ubigkeit begleitet wurde.\u00bb<\/p>\n<p><strong>Zu jung und naiv, kein Geld, kein Boot und keine Erfahrung <\/strong><\/p>\n<p>Nicht nur Della Santa erging es so. Als die vier Athleten, die sich w\u00e4hrend eines Milit\u00e4rdienstes kennengelernt hatten, im April 2014 beschlossen den Verein \u00abSwiss Mocean\u00bb zu gr\u00fcnden und gemeinsam den Atlantik zu \u00fcberqueren, wurden sie zuerst mit viel Misstrauen aus dem Umfeld konfrontiert. Baltensperger dazu: \u00abDie Bedenken waren nat\u00fcrlich berechtigt, wir besassen zu diesem Zeitpunkt \u00fcber kein Boot und ausser Yves hatte niemand Rudererfahrung. Dies machte es f\u00fcr uns auch sehr schwierig die finanziellen Mittel f\u00fcr dieses Projekt aufzutreiben.\u00bb Vielleicht war es aber genau diese Naivit\u00e4t der jungen M\u00e4nner die es brauchte, der Traum an etwas Grosses, der sie nicht aufgeben liess. Durch eine Crowdfunding-Plattform sammelten sie Geld und fanden schliesslich diverse Sponsoren, die an sie glaubten. Das Boot, nicht mehr als eine Nussschale mit zwei ein-Mann Zelt Kabinen, kauften sie einer Britin ab, die damit zweimal zuvor \u00fcber den Atlantik ruderte und dabei den Weltrekord f\u00fcr die Damen hielt. \u00abWir ruderten einmal in England und danach trainierten wir auf dem Z\u00fcrichsee, bevor es nach \u00abLa Gomera\u00bb ging\u00bb, erz\u00e4hlte Schultheiss schmunzelnd.<\/p>\n<p><strong>Das Leben auf dem Atlantik ist kein Ponyhof<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr dieses j\u00e4hrlich stattfindende Abenteuer bekundete auch das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) Interesse und liess im Nachhinein eine vierteilige Dokumentation \u00fcber die vier jungen M\u00e4nner und ihr Projekt ausstrahlen. In ihrem live Bericht zeigten die beiden Filmausschnitte daraus, erg\u00e4nzt mit beeindruckenden Bildern, passenden Textpassagen und Erkl\u00e4rungen. Ganz offen und verwundbar gaben die Muskelpakete zu: \u00abAm Schlimmsten war die erste Woche auf See. Der harte Rhythmus von zwei Stunden Ruder- und zwei Stunden Erholungszeit brachte unseren Energiehaushalt zu Beginn rapide durcheinander; die Seekrankheit \u00fcbermannte uns, es war ein einziger k\u00f6rperlicher und mentaler Stress. Das Wissen, dass das Rennen bis zu 60 Tage dauern k\u00f6nnte, war dabei auch nicht gerade aufstellend\u00bb. Zu allem \u00dcberdruss kamen nach f\u00fcnf Tagen technische Probleme hinzu. Das Team hatte mit einem gebrochenen Steuerruder zu k\u00e4mpfen. Aber auch \u00e4usserliche Bedingungen, wolkige Tage welche die Wasserversorgung erschwerten, die Affenhitze, wie sie es nicht anders beschreiben konnten, Blasen an H\u00e4nden und Hintern, oder Regen, Sturm und N\u00e4sse brachten sie ans Limit. Dazu kam die Astronautennahrung, welche schnell einmal verleidete.<\/p>\n<p><strong>Epische Momente und lehrreiche Erkenntnisse<\/strong><\/p>\n<p>Nebst viel Negativem gab es aber auch die guten Zeiten. Beide sprachen die riesige Atmosph\u00e4re an, die das Rudern mitten im Atlantik mit sich brachte, unvergessliche Abendstimmungen oder \u00abFlow\u00bb-Momente, Wellen und Winde, die dem Boot auch einen Kick verliehen. Bevor sich Baltensperger und Schultheiss den vielen interessierten Fragen aus dem gut besuchten Publikum stellten, fassten sie ihre wichtigsten Erkenntnisse zusammen. Dass sie als Crew stets zusammenhielten, die gleichen Priorit\u00e4ten verfolgten und auch bei Schwierigkeiten die Harmonie suchten, war essentiell f\u00fcr ihren Erfolg: Auf dem 3.Rang beendeten sie das Rennen und unterboten, bei optimalen Mitwindbedingungen, den vorherigen Weltrekord um f\u00fcnf Tage. Nebst viel Trockennahrung blieb am Schluss sogar noch 30`000 Franken \u00fcbrig, welche einem Kinderprojekt in Rum\u00e4nien gestiftet werden konnte. Auf <a href=\"http:\/\/www.swissmocean.ch\/\">www.swissmocean.ch<\/a> gibt es mehr Infos zur Happy End Geschichte.<\/p>\n<p>Der n\u00e4chste Vortrag der Kulturellen Vereinigung im Kursaal unter dem Titel \u00abAfrika gibt es nicht\u00bb von Patrik W\u00fclser, findet am Freitag, 16.November um 20 Uhr statt.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/kulturellevereinigung.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/Regen_nasse-Hosen_nasse-Hintern_nasse-Kabinen_v.li-Luca-Baltensperger_Yves-Schultheiss.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-627\" src=\"http:\/\/kulturellevereinigung.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/Regen_nasse-Hosen_nasse-Hintern_nasse-Kabinen_v.li-Luca-Baltensperger_Yves-Schultheiss-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/kulturellevereinigung.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/Regen_nasse-Hosen_nasse-Hintern_nasse-Kabinen_v.li-Luca-Baltensperger_Yves-Schultheiss-300x200.jpg 300w, https:\/\/kulturellevereinigung.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/Regen_nasse-Hosen_nasse-Hintern_nasse-Kabinen_v.li-Luca-Baltensperger_Yves-Schultheiss-768x512.jpg 768w, https:\/\/kulturellevereinigung.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/Regen_nasse-Hosen_nasse-Hintern_nasse-Kabinen_v.li-Luca-Baltensperger_Yves-Schultheiss-1024x683.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Fotos ( A.Adank)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mittwoch, 31. 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