{"id":762,"date":"2019-12-04T06:54:46","date_gmt":"2019-12-04T06:54:46","guid":{"rendered":"http:\/\/kulturellevereinigung.ch\/?p=762"},"modified":"2020-01-10T07:25:41","modified_gmt":"2020-01-10T07:25:41","slug":"vortrag-150-jahre-quellenhof-und-geschichte-der-grand-hotels","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturellevereinigung.ch\/?p=762","title":{"rendered":"Zeitungsbericht Vortrag Grand Hotels"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>\u00abWasser hat schon fr\u00fch die Gesellschaft bewegt\u00bb<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Kulturelle Vereinigung Bad Ragaz hat zum Vortrag \u00abAuf Wasser gebaut \u2013 zur Geschichte der Grand Hotels im Alpenbogen\u00bb eingeladen. Referentin Dr. Cordula Seger, Leiterin des Institutes f\u00fcr Kulturforschung Graub\u00fcnden, hat dabei einen weiten Bogen gespannt, in zeitlichem, geografischem und inhaltlichem Sinne. <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>von Susan Rupp \/ Sarganserl\u00e4nder<\/p>\n\n\n\n<p>Zahlreiche imposante Grand Hotels sind zur Zeit der Belle\nEpoque in alpinen Luftkurorten entstanden und haben G\u00e4ste aus der ganzen Welt\nangezogen, so die Fachfrau zu Beginn. Im Mittelpunkt stand dabei das Wasser,\ndas f\u00fcr die alpine touristische Entwicklung grosse Bedeutung besitze. \u00abSind es\ndoch die Quellen und B\u00e4der, die als wichtige Ressource erkannt, im Laufe der\nJahrhunderte ausgebaut wurden und G\u00e4ste aus aller Welt anlockten \u2013 lange bevor\nvon Tourismus im modernen Sinn die Rede sein konnte.\u00bb So erstaune es nicht,\ndass die ersten komfortablen Grand Hotels, die ab Mitte des 19. Jahrhunderts im\nAlpenbogen erstellt worden seien, in engem Zusammenhang mit Wasser gestanden\nh\u00e4tten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u00c4rzte als Werbetr\u00e4ger<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Zum Stichwort \u00abWasser als gesundheitsf\u00f6rderndes Gut\u00bb nannte\ndie Referentin dann Bad Pf\u00e4fers und die Taminaschlucht, die \u00abmit dem warmen\nQuellwasser eine herausragende Stellung eingenommen hat\u00bb. Es habe sich bis Mitte\ndes 19. Jahrhunderts allgemein betrachtet eine gemischte Gesellschaft im Bad\nbewegt und habe tagelang \u2013 wortw\u00f6rtlich \u2013 \u00abausgebadet\u00bb, was zur Folge hatte,\ndass Hautausschlag oder sich abl\u00f6sende Haut als Kurerfolgszeichen gewertet\nworden sei. \u00c4rzte waren damals sozusagen die Werbetr\u00e4ger der Quellen, die\neingeladen wurden, wenn sie entsprechend Reklame machten. Seger berichtete\nausserdem, dass in St. Moritz schon in der Bronzezeit L\u00e4rchenst\u00e4mme ausgeh\u00f6hlt\nworden seien, um das Wasser einer mineralienreichen Quelle zu fassen. \u00abDas\nBewusstsein gegen\u00fcber Wasser hat schon fr\u00fch die Gesellschaft bewegt\u00bb, fasste\nsie zusammen. <\/p>\n\n\n\n<p>Die Referentin zitierte aus dem Gedicht \u00abGesang der Geister\n\u00fcber Wasser\u00bb von Johann Wolfgang Goethe (\u00abStr\u00f6mt von der hohen steilen Felswand\nder reine Strahl, &#8230;, wallt er verschleiernd, leisrauschend zur Tiefe nieder\u00bb),\ndas der deutsche Dichter w\u00e4hrend einer Schweizerreise, inspiriert von den\nStaubbachf\u00e4llen in Lauterbrunnen, geschrieben hatte. Sie zeigte als erg\u00e4nzendes\nBeispiel aus der Malerei ein Gem\u00e4lde ebendieser Wasserf\u00e4lle im Berner Oberland\nund fasste zusammen: \u00abDie kollektiven Sehns\u00fcchte, die dadurch geweckt wurden,\nhaben viele Leute in die Schweiz gebracht.\u00bb <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Inszenierung der\nNatur<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Unter dem Aspekt \u00abWasser als \u00e4sthetischer Genuss\u00bb sei auch\ndie Aussichtsfrage bzw. der Blick aus erhabener Stellung auf Berg und See\nzentral geworden. Unz\u00e4hlige Berge und ihre Aussicht seien entsprechend\ninszeniert worden, so beispielsweise auch der Pilatus, dessen Erschliessung\ndurch die steile Zahnradbahn europaweit f\u00fcr Aufsehen gesorgt hatte. Ganz so\nspektakul\u00e4r zeige es sich nicht \u00fcberall, aber \u00abdie Aussicht wurde zum Motor in\nder Entwicklung der Hotellerie\u00bb. Und Landschaft fasziniere noch heute. <\/p>\n\n\n\n<p>Inszenierungen, wie man sie heute kennt, habe es bereits im\n19. Jahrhundert gegeben. Am Eingang von Gletschern standen Trachtenm\u00e4dchen, die\nEdelweisse verkauften. Es zeigte sich, dass man Erlebnisse bieten musste, um\nmithalten zu k\u00f6nnen, also Gondeln auf dem See fahren lassen, ein Caf\u00e9haus\ner\u00f6ffnen, Spazierwege anlegen \u2013 der reine Kuraufenthalt sollte zum Erlebnis\nwerden. So wurde beispielsweise der gefrorene See bei Sils w\u00e4hrend der\nWintermonate durch Eissegler bespielt oder der Caumasee durch die zum Grand\nHotel Waldhaus in Flims geh\u00f6rende Badeanstalt zum Anziehungspunkt gemacht. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u00abDer perfekte Kurort\u00bb<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Abschliessend kam Cordula Seger auf die besondere Rolle, die\ndas Grand Resort Bad Ragaz mit dem \u00abQuellenhof\u00bb einnimmt, zu sprechen. Immer\nwieder habe sich das Hotel aufgerappelt, sich neu erfunden. Das habe gelingen\nk\u00f6nnen, weil alle angesprochenen, sich auf das Wasser beziehenden Aspekte auf\nherausragende Weise bespielt w\u00fcrden. Sogar ein See sei vorhanden, bzw bewusst\nim Giessenpark angelegt worden, um die Vielfalt der Wasserinszenierung zu\nkomplettieren. Zusammen mit den Sportm\u00f6glichkeiten und den Freizeitangeboten verk\u00f6rpere\ndas eigentlich den perfekten Kurort. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00abWasser hat schon fr\u00fch die Gesellschaft bewegt\u00bb Die Kulturelle Vereinigung Bad Ragaz hat zum Vortrag \u00abAuf Wasser gebaut \u2013 zur Geschichte der Grand Hotels im Alpenbogen\u00bb eingeladen. Referentin Dr. Cordula Seger, Leiterin des Institutes f\u00fcr Kulturforschung Graub\u00fcnden, hat dabei einen weiten Bogen gespannt, in zeitlichem, geografischem und inhaltlichem Sinne. von Susan Rupp \/ Sarganserl\u00e4nder Zahlreiche &hellip; <a href=\"https:\/\/kulturellevereinigung.ch\/?p=762\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Zeitungsbericht Vortrag Grand Hotels<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-762","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kulturellevereinigung.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/762","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kulturellevereinigung.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kulturellevereinigung.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturellevereinigung.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturellevereinigung.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=762"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/kulturellevereinigung.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/762\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":768,"href":"https:\/\/kulturellevereinigung.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/762\/revisions\/768"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kulturellevereinigung.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=762"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturellevereinigung.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=762"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturellevereinigung.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=762"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}