{"id":914,"date":"2021-10-06T07:05:38","date_gmt":"2021-10-06T07:05:38","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturellevereinigung.ch\/?p=914"},"modified":"2021-10-06T07:05:39","modified_gmt":"2021-10-06T07:05:39","slug":"gelungener-start-mit-le-corbusier-und-heidi-weber","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturellevereinigung.ch\/?p=914","title":{"rendered":"gelungener Start mit Le Corbusier und Heidi Weber"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die H\u00fcterin und Vermittlerin<\/h2>\n\n\n\n<p><strong>Die neue Saison der Kulturellen Vereinigung Bad Ragaz ist mit dem Vortrag unter dem Titel \u00abHeidi Weber und Le Corbusier \u2013 sieben Jahre intensive Zusammenarbeit\u00bb er\u00f6ffnet worden. Es folgte die Vernissage der Ausstellung mit Grafiken von Le Corbusier aus der Sammlung der Bad Ragartz im Grand Hotel Hof Ragaz.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>von Susan Rupp<\/p>\n\n\n\n<p>Renato Bergamin, Pr\u00e4sident der Kulturellen Vereinigung, begr\u00fcsste die \u00fcber 100 Interessierten: \u00abWir er\u00f6ffnen die neue Saison mit einem Paukenschlag.\u00bb Es sei sch\u00f6n, dass man \u00abgemeinsam etwas auf die Beine stellen kann\u00bb, erg\u00e4nzte er im Hinblick auf die Kooperation mit der Bad Ragartz. Der Stiftung hinter der Bad Ragartz hat Heidi Weber n\u00e4mlich die Druckgrafiken von Le Corbusier geschenkt (und somit in den permanenten Sammlungsbestand \u00fcbergeben), die im \u00abHof Ragaz\u00bb ausgestellt sind. Bergamin bedankte sich bei Rolf und Esther Hohmeister, Initianten der Bad Ragartz (\u00abIhr verzaubert seit Jahren die Landschaft\u00bb), richtete Gr\u00fcsse von Heidi Weber aus, die nicht anwesend sein konnte, begr\u00fcsste ihren Sohn Bernhard Weber sowie Andrin Sch\u00fctz, Mitorganisator der Le-Corbusier-Ausstellung. Dann \u00fcbergab er dem Kunstexperten und Corbusier-Kenner Kuno Fischer aus Luzern das Wort.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ein Blick rund 60 Jahre zur\u00fcck<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Einleitend skizzierte der Referent die Zeit zwischen 1958 und 1965, w\u00e4hrend der Heidi Weber und Le Corbusier -zusammengearbeitet haben: erster Raum-flug eines Menschen, Bau der Berliner Mauer, Ermordung von John F. Kennedy, Vietnamkrieg, die Er\u00f6ffnung des ersten McDonald\u2019s in den USA. In der Schweiz: Ablehnung des Frauenstimmrechts, Konkubinatsverbot in Z\u00fcrich, Strafbarkeit der Abtreibung.<\/p>\n\n\n\n<p>Heidi Weber wurde 1927 in M\u00fcnchenstein bei Basel geboren. Von ihrer Mutter habe sie gelernt, \u00abGeld nicht zu horten, sondern sich etwas zu leisten, sich daran zu erfreuen\u00bb, erz\u00e4hlte Kuno Fischer. Schon fr\u00fch habe sich Weber gew\u00fcnscht, ausbrechen zu k\u00f6nnen, w\u00e4hrend des Zweiten Weltkrieges waren aber die Grenzen geschlossen. Sie ging als Au-pair in die Westschweiz. 1943 machte sie eine Berufslehre in einem Delikatessengesch\u00e4ft, arbeitete im Verkauf. Gleichzeitig habe sie das Kunstmuseum Basel immer magisch angezogen. \u00abSie wollte aber keine F\u00fchrung machen, die Bilder sollten wirken und Emotionen ausl\u00f6sen\u00bb, so der Referent.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u00dcberw\u00e4ltigt von Ausdruckskraft<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Heirat 1951 und der Geburt des Sohnes 1952 folgte im Jahr 1955 die Scheidung. Weber verzichtete auf Alimente, weil \u00absie diese Bevormundung abgelehnt hat\u00bb. Sie arbeitete im Inneneinrichtungsbereich, bildete sich in technischem Zeichnen weiter und 1957 machte sie sich mit Interior Design und der Gr\u00fcndung ihres Studios \u00abMezzanin\u00bb in Z\u00fcrich selbstst\u00e4ndig. Sie hat Kunden beraten und M\u00f6bel entworfen. \u00abSie wollte keine Einrichtungsboutique sein, sie stellte die Designst\u00fccke wie Kunstobjekte aus\u00bb, so Fischer. Im gleichen Jahr habe auch Le Corbusier in Z\u00fcrich ausgestellt. Heidi Weber sei von der Ausdruckskraft seiner Bilder \u00fcberw\u00e4ltigt gewesen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Jahr darauf traf sie sich mit Le Cor-busier, von da an folgten diese Treffen im Zwei-Wochen-Rhythmus in Paris. Sie bekam einen exklusiven Produktions- und Verkaufsvertrag f\u00fcr Le-Corbusier-M\u00f6bel. Doch auch das bildnerische Werk habe sie angezogen. Im \u00abMezzanin\u00bb organisierte Weber deshalb eine Ausstellung mit Bildern von Le Corbusier und \u00fcbernahm die kompletten Kosten, trug das gesamte Risiko, war daf\u00fcr verantwortlich, dass alles klappte. Und das tat es. \u00abLe Corbusier machte sie schliesslich zur H\u00fcterin und Vermittlerin seines k\u00fcnstlerischen Nachlasses\u00bb, so Kuno Fischer.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u00abEin architektonisches Juwel\u00bb<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Sie wollte aber noch einen Schritt weiter gehen und die zentralen Facetten des Genies zusammenf\u00fchren zu einem Gesamtkunstwerk, war weiter zu h\u00f6ren. Zwei Jahre sp\u00e4ter wird denn auch das Heidi-Weber-Museum Centre Le Corbusier in Z\u00fcrich er\u00f6ffnet, ein Glas-Metall-Bau nach den Pl\u00e4nen von Le Corbusier. \u00abDas erste private Single-Artist-Museum ist ein architektonisches Juwel\u00bb, erkl\u00e4rt Fischer. W\u00e4hrend 50 Jahren habe Heidi Weber danach im Centre Le Corbusier Veranstaltungen, Diskussionen, Seminare etc. organisiert. Sie sei ihrer Zeit immer weit voraus gewesen, sie habe schon im Jahr 1968 ein Umweltforum gegr\u00fcndet und sich f\u00fcr die Gleichstellung der Frau starkgemacht. Und sie ist auch nach dem Tod von Le Corbusier (im August 1965) die zentrale Person bez\u00fcglich der Vermittlung seines k\u00fcnstlerischen Werks geblieben.<\/p>\n\n\n\n<p>Heidi Webers Beharrlichkeit, Selbstst\u00e4ndigkeit, ihre Offenheit und Neugier, ihre Risikobereitschaft und Genauigkeit sowie ihre Fr\u00f6hlichkeit haben die Zusammenarbeit mit Le Corbusier \u00fcberhaupt m\u00f6glich gemacht. Tief beeindruckt vom Portr\u00e4t dieser inspirierenden Frau und dem Einblick in ihr bewegtes Leben, machte sich das Publikum im Anschluss auf in Richtung \u00abHof Ragaz\u00bb, um den kreativen Geist von Le Corbusier in Form seiner Druckgrafiken zu bestaunen und mit einem Glas Wein anzustossen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ausstellung im<br>Grand Resort<\/p>\n\n\n\n<p>Die Ausstellung im Grand Hotel Hof Ragaz mit den aus der Sammlung der Stiftung Schweizerische Triennale der Skulptur stammenden Werken \u2013 eine Schenkung von Heidi Weber \u2013 bietet die seltene Gelegenheit, verschiedene grafische Werkzyklen von<br>Le Corbusier zu erleben. Die Auswahl zeigt die vielf\u00e4ltigen motivischen und technischen Aspekte in Le Corbusiers (1887\u20131965)druckgrafischem Schaffen. Die zahlreichen Werke sind noch bis Ende M\u00e4rz 2022 im \u00abHof<br>Ragaz\u00bb zu sehen. (pd)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die H\u00fcterin und Vermittlerin Die neue Saison der Kulturellen Vereinigung Bad Ragaz ist mit dem Vortrag unter dem Titel \u00abHeidi Weber und Le Corbusier \u2013 sieben Jahre intensive Zusammenarbeit\u00bb er\u00f6ffnet worden. 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