{"id":925,"date":"2021-11-16T10:13:02","date_gmt":"2021-11-16T10:13:02","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturellevereinigung.ch\/?p=925"},"modified":"2022-01-17T13:26:24","modified_gmt":"2022-01-17T13:26:24","slug":"zeitungsbericht-vom-15-11-und-veranstaltungs-tipp-25-11","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturellevereinigung.ch\/?p=925","title":{"rendered":"Bericht zum Vortrag von Urs Gredig, Grossbritannien quo vadis"},"content":{"rendered":"\n<h1 class=\"wp-block-heading\"><strong>Wohin steuert Grossbritannien?<\/strong> <\/h1>\n\n\n\n<p><strong>In der Veranstaltungsreihe der Kulturellen Vereinigung Bad Ragaz hielt Urs Gredig, bekannter Moderator des SRF Nachrichtenmagazins 10vor10 und seiner eigenen Talk-Show \u00abGredig direkt\u00bb ein spannendes Referat \u00fcber Grossbritannien, wo er von 2013 \u2013 2017 Korrespondent des Schweizer Fernsehen war.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>von Hans Hidber, im Sarganserl\u00e4nder<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Bad Ragaz. \u2013 Im Kursaal des Grand Resorts hatten sich am fr\u00fchen Sonntagabend zahlreiche Interessierte zum Referat von Urs Gredig \u00abGrossbritannien \u2013 wie sich das Land heute pr\u00e4sentiert\u00bb eingefunden.\u00a0 Der Referent brauchte von Renato Bergamin, Pr\u00e4sident der Kulturellen Vereinigung Bad Ragaz, nicht lange vorgestellt zu werden, ist er doch h\u00e4ufig am TV-Bildschirm pr\u00e4sent. Dass der Anlass wie geplant \u00fcberhaupt stattfinden konnte, hing im Vorfeld bis kurz zuvor noch in der Schwebe; Gredig konnte nach einer Corona-Erkrankung die Isolation erst ein paar Tage zuvor verlassen und seine Moderatoren-T\u00e4tigkeit wieder aufnehmen. \u00abIch habe meine Krankheit perfekt so organisiert, dass ich den Vortragstermin in Bad Ragaz noch zeitgerecht wahrnehmen konnte\u00bb, meinte der Referent schmunzelnd. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Schwergewichtige Themen beleuchtet<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die schillernde Figur von Premier Boris Johnson, die Nach- und Nebenfolgen von Brexit, die Corona-Situation und schliesslich die boulevardtr\u00e4chtigen Geschichten rund um die Royals waren die Themen, die auch immer wieder f\u00fcr Schlagzeilen in der Weltpresse sorgen. Als SRF-Auslandkorrespondent war Urs Gredig immer nahe am politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Geschehen, das er immer noch mit gr\u00f6sstem Interesse verfolgt. Zuerst befasste sich der Referent mit Premierminister Boris Johnson \u00abmit dessen Begabung, dauernd in Fettn\u00e4pfchen zu treten\u00bb und entsprechende Kritiken bis zu R\u00fccktrittsforderungen als Stehaufm\u00e4nnchen immer wieder wegzustecken \u2013 bis jetzt. Doch mit den unseligen Partygeschichten in Downing Street 10 wurde die rote Linie \u00fcberschritten. F\u00fcr die gr\u00f6sste Emp\u00f6rung sorgte eine Party aus Johnsons Mitarbeiterumfeld am Vorabend der Beerdigung von Prinz Philipp. Gredig h\u00e4lt es f\u00fcr denkbar, dass dies Johnson den Kragen kosten k\u00f6nnte. Aus seiner pers\u00f6nlichen Sicht h\u00e4tten Schatzkanzler Rishi Sunak (1980) oder Aussenministerin Liz Truss (1975) die besten Chancen f\u00fcr Johnsons Nachfolge.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Brexit Euphorie ged\u00e4mpft<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Nachfolgeregelungen nach dem Austritt Grossbritanniens per 1. Januar 2021 aus der EU erweisen sich als viel z\u00e4hfl\u00fcssiger und schwieriger, als in der ersten Brexit-Euphorie gedacht. Ob und wann es eine langfristige und L\u00f6sung gibt, ist noch v\u00f6llig unklar. Der Referent beleuchtete die gr\u00f6ssten Problemfelder, die sich nach der \u00abScheidung\u00bb ergeben haben. So hat sich die Hoffnung, die Immigration nach dem Brexit selber steuern zu k\u00f6nnen, als tr\u00fcgerisch erwiesen. Illegal Eingewanderte k\u00f6nnen kaum zur\u00fcckgeschoben werden und Frankreich versp\u00fcrt keine Lust, sich f\u00fcr die Verhinderung der Weiterreise von Immigranten Richtung Grossbritannien gross zu engagieren. Politischen Z\u00fcndstoff bilden die Grenzziehung zwischen Nordirland und dem EU- Irland sowie die Unabh\u00e4ngigkeitsgel\u00fcste Schottlands, das lieber in der EU-Gemeinschaft verbleiben m\u00f6chte. Auch wirtschaftlich bekommen die Briten im Alltag einiges zu sp\u00fcren: unter anderem Lieferengp\u00e4sse in der Grundversorgung zufolge steckengebliebener Camions am Zoll, wo tonnenweise Lebensmittel wegen den langen Wartezeiten verderben.<strong> <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Corona und Royals<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Bei den Themen Corona (wo Johnson eine zwiesp\u00e4ltige Rolle) spielte und den uns\u00e4glichen Geschichten der Royals konnte sich der Referent kurzhalten, da beides in den Medien fast t\u00e4glich ausf\u00fchrlich ausgeschlachtet wird. Was aber die Monarchie als Institution betrifft, wollen sie gem\u00e4ss repr\u00e4sentativer Umfragen trotzdem gut Zweidrittel der Bev\u00f6lkerung beibehalten. Nach dem Referat beantwortete Gredig noch einige Fragen aus dem Publikum. Zum Schluss wollte Renato Bergamin vom Referenten noch wissen, was er aufgrund seiner pers\u00f6nlichen Erfahrungen an den Briten am meisten sch\u00e4tze. \u00abEs ist der feine Humor, der auch in schwierigen Situationen zum Tragen kommt und die Lebenslust, aber auch die Toleranz. Wer in Grossbritannien lebt, lernt aufgrund der Vielfalt der Ethnien und Nationalit\u00e4ten die Welt kennen\u00bb, setzte der Referent den Schlusspunkt seines mit grossem Applaus bedachten Referats.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wohin steuert Grossbritannien? 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